2V8 XXM. Buch. Theressa, Friedrich und Rordanmii,,
Niemand unter dem römischen Volk, der nicht Leidbezeugte; seine Standhaftigkeit, sein eremplarischesFesthalten über dem, was ihm Pflicht schien, hatteden Römern gefallen.
Anfangs begünstigten die meisten Cardinäle diejesuitischgesinnte Partei, bis der französische Hof(Choiseul regierte noch) zu erkennen gab, daß eineden Mächten mißfällige Wahl wohl nur die einesrömischen Bischofs bleiben dürfte. Die spanischeFac-tion erhob den Cardinal Ganganelli, einen Mannvon geringer Herkunft, seltenen Kenntnissen, großerEinfalt der Sitten, und von dem besten Willen.
Clemens XIV. versuchte die Jesuiten zu retten;er wandte vor, daß das tridentinische Concilium(und Concilien wären ja über den Papst) sie bestä-tiget habe. Er stellte sich als bloßen Verwalter derkirchlichen Dominien dar, welcher in Ansehung Avig-nons und Benevento's (dieseHerrschaften waren sei-nem Verweser weggenommen worden) das Rechtnicht habe, dem heiligen Stuhl etwas zu vergeben.
Indeß er die Wirkung solcher Vorstellungen mitGelassenheit abwartete, beobachtete er aufs genauesteseine Fürstenpflicht.
Die Staatsschuld war auf 74 Millionen Scudigestiegen, er führte die genaueste Wirthschaftlichkeitein, und suchte den vernachlässigten Landbau undGewerbefieiß zu beleben.
Als endlich selbst Maria Theresia die Aufhebungder Jesuiten begehrte, erwog Clemens die b"ten,