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Sechster Band. Erste Abtheilung. L.
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.Luftblase.

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testen Erscheinungen, aber dennoch ist ihre Erklärung vielfa-chen, nicht geringen, Schwierigkeiten unterworfen , weswegenes nicht iiberlliissig erscheinen wird, die bei ihrer Bildung undihrem Verhalten in Anwendung kommenden physikalischen Ge-setze liier anzudeuten.

Unter Luftblase versteht man jedes gröfsere oder kleinereVolumen Luft oder Gas, welches allseitig in irgend eine Hülleeingeschlossen ist, ohne dafs die letztere für sich dabei in Be-trachtung kommt. Dem Sprachgebrauche nach wird man näm-lich Gefäfse, welche Luft enthalten, z. B. Windkessel, ver-korkte Flaschen u. s. w., nicht mit diesem Namen bezeichnen,weil es dabei zunächst nur auf die einschliefsende Hülle undnicht auf den Inhalt derselben ankommt, und aus eben diesemGrunde ‘unterscheidet man auch die Thierblasen und selbst Sei-fenblasen durch eine besondere Bezeichnung, obgleich die letz-teren dem Wesen nach unter die Luftblasen zu rechnen sind.Wenn dagegen ein Volumen Luft sich in einer beliebig grofsenund willkürlich gestalteten Menge irgend einer Flüssigkeit ru-hend oder in Bewegung befindet, so wird man dasselbe durchden Ausdruck Luftblase bezeichnen.

Die Luftblasen lassen sich in zwei Classen eintheilen, näm-lich zuerst solche, die für sich oder neben einander befindlichvon einer dünnen Haut irgend einer Flüssigkeit umgeben sind,und zweitens solche, die einzeln oder in gröfserer Zahl sich ineiner Masse von Flüssigkeit befinden ; beide Arten zeigen eigen-tümliche Erscheinungen. Diejenigen Häutchen, welche zurBildung von Luftblasen dienen sollen, müssen einen gewissenGrad der Klebrigkeit oder Zähigkeit haben. Aus reinem Wasserlassen sich daher keine Luftblasen bilden, noch weniger ausAlkohol, Aether u. s. w., wohl aber erfolgt dieses leicht beischmuzigem Wasser, hauptsächlich Seifenwasser, beim Biere,trüben Weine, bei Weingeist, welcher harzige Substanzen auf-gelöst enthält , bei fetten Oelen u. s. w. Zur künstlichen Be-reitung der Luftblasen bedient man sich meistens des Seifen-wassers und kann an den hieraus oebildeten am leichtesten das

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Verhalten derselben wahrnehmen, wobei jedoch hiervon demFarbenspiele der Seifenblasen, als zu den optischen Phänome-nen gehörig 1 , abgesehn wird. Dafs man ferner solche kleinere

1 S. Art, Anwandlungen . Bd. I. S. 307.