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Sechster Band. Erste Abtheilung. L.
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Theorie.

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sitiv, nahm viel schneller zu, es regnete zugleich in grofsenTropfen. Als das Gewitter am nächsten stand , ging unter ei-nem heftigen Blitze mit bald darauf folgendem Donner die po-sitive Elektricität plötzlich in negative von beinahe gleicherStärke über, zugleich kam ein starker Regengufs. Von diesemAugenblicke an zeigte sich eine entgegengesetzte Ordnung imSteigen und Fallen des Elektrometers, mit jedem Blitze nahmnun die negative Elektricität zu, geradeso wie zuvor die posi-tive zugenommen hatte. Das Gewitter entfernte sich von Mi-nute zu Minute und damit verminderte sich auch wieder dienegative Elektricität, es regnete dabei anhaltend. Nun wurdedie Elektricität aufs neue positiv, es erfolgte der letzte Blitz mit+ E, es fiel plötzlich ein negativ elektrischer liegen, welchernach einigen Abwechselungen wiederaufhörte, die negative Elek-tricität nahm nun zwar ab, blieb aber auch nach anfhörendeinRegen noch längere Zeit negativ, und erst nach einer halbenStunde trat die gewöhnliche positive Luftelektricität wieder lang-sam ein.

IV. Theorie der Erscheinungen der atmo-sphärischen Elektricität.

Eine genügende Theorie der Luftelektricität hat die Quel-len nachzuweisen, aus welchen sich diese Elektricität entwickelnkann, und darf nur dann auf Beistimmung rechnen, wenn siesolche Quellen zum Grunde legt, in Beziehung auf deren Wirk-samkeit sich Abänderungen nachweisen lassen, aus denen dieerfahrungsmäfsig bestimmten Abänderungen der Luftelektricitätsowohl ihrer Intensität, als auch ihrer Qualität nach begreiflichsind und zugleich mit den anerkannten Gesetzen der Entste-hungsart und des Wechsels der Elektricität im Einklänge sichbefinden.

So lange die Erfahrungen über atmosphärische Elektricitätnoch unvollständig waren , konnte von einer solchen Theorienicht die Rede seyn, und dieses gilt daher von den früheren Hy-pothesen , deren Unhaltbarkeit von selbst einleuchtet, %. B. der-jenigen, welche die Entstehung der Luftelektricität der Reibungder Wolken und Lufttheilchen an einander durch Winde undLuftströme zuschrieb, eine Hypothese, die schon Wilke griind-