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Luftelektricität.
lieh widerlegte 1 , und welche allein durch die Beobachtung überden Haufen geworfen wird, dafs starke Winde dieLuftelektricitätvielmehr schwächen, dafs gerade bei der stillsten Luft, wennreichlicher Abendthau fällt, die Luftelektricität ihr Maximumerreicht, dafs überhaupt bei starken Nebeln, wo gewöhnlich dieLuft am ruhigsten ist, die stärkste Eleklricität in derselbenherrscht. Eben dieses trifft Fhasklin’s Hypothese, welcherzufolge die Wasserdiinste, aus denen die Wolken bestehen,durch ihre starke Verdünnung von selbst negativ elektrisch wer-den sollen, weswegen alle Wolken, besonders die Seewolken,auch ohne Reibung elektrisch wären , eine Hypothese, die vonder eigentlichen Luftelektricität keine Rechenschaft giebt undder Erfahrung zuwider die Wolken als allgemein negativ elek-trisch annimmt. Sinnreich war allerdings die Muthmafsung,welche Cantox zuerst geäufsert hat, dafs die Luft, wie derTurmalin, durch die Abwechselungen der Kälte und Wärmeelektrisirt werde. Wilke stimmte dieser Meinung bei undhielt die Spitzen der Berge, an welchen so oft Gewitterwolkenentstehen, ebenfalls für Turmaline, deren Elektricität durch dieHitze verstärkt sey. Sie ziehen alsdann die leitenden Dünste an,die eine Wolke bilden, durch die Mittheilung eine gleichartigeElektricität mit den Bergen erhalten und alsdann von selbigenabgestofsen werden u. s. w. Man kann eine solche Erklärungmehr einen witzigen Gedanken, als eine wahre Theorie nen-nen, da sie von den so mannigfaltigen Abänderungen in denErscheinungen gar keine Rechenschaft giebt.
SaussÜre war der erste, der eine eigentliche Theorie derErscheinungen uufstellte, indem er die verschiedenen Modifica-tionen derselben aus einem einfachen Principe zuerst mit eini-gem Erfolge ableitete. Diese Theorie hat zu ihrer Grundlagedie wichtige Entdeckung Volta’s, dafs bei der Verdunstungdes Wassers die Dämpfe die positive Elektricität mit in die Höheführen, während das Gefäfs, aus welchem die Verdunstung ge-schieht, negativ zurückbleibt. SaussÜre selbst stellte eineReihe von Versuchen an, um dieses Verhältnifs noch mehr auf-zuklären,I und baute sogar auf die Resultate dieser Versuche eineTheorie der Natur und Bildung der elektrischen Flüssigkeit, ln
1 Anm, zu Franklin’s Briefen über die Elektricität. Leipz. 1753.8 . ?. 250 .