Die Gefahren der Zeit.
wurde ihm Epoche des Ruhms: das behauptetepolitische Ansehen wirkt auf die Ehre, das Glück,den Credit seiner Bürger; es wird Empfehlung,ihm anzugehören.
Die ueubelebte Kraft äußert in allen Gewer.ben,Künsten und Wissenschaften, in der ganzen Culturdes Lebens, eine dem Staat und jedem Privatmanngleich vortheilhafte Thätigkeit zur Vervollkommnung.
So, als nach den Siegen bei Clastidium, an derTrebia unh an dem Trasimenersee der große Cartha-ginienser die (schien cö) letzte Hoffnung Roms, dasvereinigte Heer der Consuln, in den Gefilden vonCannä,vernichtet hatte, erwies Senat und Volk denRechtstitel Roms aufdie Ehrfurcht aller Jahrhunderte,Lurch den Dank, womit der unglückliche Cvnsul dafürempfangen wurde, daß er an dem gemeinen Wesennicht verzweifelte; durch verweigerte Losung der Ge-fangenen, und dadurch, daß bei solchen Umständengar keine Meldung von Friedensanträgen fiel. DieRömer wußten, baß Lractate der Uebermacht mitNeberwundcnen keine Friedensschlüsse, sondern Ab-dankung der Herrschaft, Resignation der Ehre, derTod des Staats, und die Schande aller seiner Bür-ger seyen.
Als in der österreichischen Monarchie Ferdi-nand H, mit StaatskräNen, welche den unsrigenZar nicht zu vergleichen sind, Böhmen in Aufstand,Ungarn halb türkisch und halb wankend, sehr zwei-deutige Dispositionen in Oesterreich selbst, halbDeutschland feindselig, den Feind bald an den Vor-städten Wiens, und in der ganzen Welt keinenFreund sah, als den schon entkräfteten Hof zuMadrid; als, mitten in einem sehr lebhaften Tür-kenkrieg, Ludwig der Große, noch Gesetzgeber Enro-pens, die unüberwundenen Schaaren wider KaiserLeopold den Ersten sandte, dessen treuester Bundes-