150 Philippiken. Anhang,
Daß der preußische Hof.die Nationalcsii-
ventivu baldmöglichst, und am liebsten noch vorder Ernte, aus ihren Drangsalen retten möchte,ist natürlich. Die Darstellung einer eminenten Ge-fahr für die vorliegenden Kreise, von einem Schwärmhungriger Franzosen aufgefressen zu werden *);die Ausstreuung verborgener Unterhandlungen desKaisers auf Unkosten des Reichs **); die fröhlicheBotschaft vertraulicher Concertirungen des Kaisersmit Preußen und Mainz***); - diese und andereMittel zu jenem Zweck sind wohl schwer zu recht-fertigen, aber desto leichter zu begreifen.
Hingegen, daß der überlegsame Deutsche vondieser ganzen Maschinerie nichts merkt; sich gut-müthig einbildet, in der Lage Preußens zu seyn;sich verleiten läßt, erbitten zu wollen, was, bei dergeringsten Beharrlichkeit von seiner Seite, der Feindvon ihm erflehen würde; daß er Clerfayt's Heernicht steht, und vor lauter Friedensgier alles glaubt
*) Man erinnert Hiebei, daß das römische Bo'twährend innerer Gährungen den auswärtigen Feindenam furchtbarsten war. Es ist nur zwischen Romund Paris genau der Unterschied, wie zwischendem Senat und der Rationalconvention; und daksind noch keine Römer, die einige Fehler der altenRömer ohne ihre Tugenden haben.
Ich lese in den Neichszeitungen, daß der kaiser-liche Hof dieses Gerücht öffentlich für Verleumdungerklärt,
2 '*) Ss ist mir von einer sehr guten Quelle versichertworden, daß das Zusammentreffen eines österreichi-schen und preußischen Staatsmannes zu Frankfurtnicht nur ganz zufällig, sondern auch ohne diemindesten Folgen war.