578 Luftpumpe.
sie in der Berührung mit einander gar keinen Raum zwischensich lassen.
Steht der Recipient über der Oeffnung des Röhrchens A,so dafs die zweite Oeffnung des Röhrchens B einen freien Zutrittzur äufseren Atmosphäre hat, und wird der Embolus P zurück-gezogen, so entsteht im Stiefel ein leerer Raum, weil B durchden Embolus N verschlossen ist. In diesen leeren Raum strömtdie Luft aus dem Recipienten, sobald der Embolus P unter derOeffnung des Röhrchens A weggezogen und an der BodenplatteO angelangt ist, welche er gleichfalls genau und ohne einenschädlichen Zwischenraum zu lassen berühren mufs. Windetman diesen Kolben wieder rückwärts, so treibt er die in ihmbefindliche Luft vor sich her und prefst sie zusammen, bis sieden anderen Embolus N über die Oeffnung des Röhrchens B hin-austreibt und ins Freie entweicht. Beim abermaligen Zurück-winden von P folgt ihm N, durch den Drück der Feder bewegt,nach, verschliefst B abermals und auf diese Weise wird dieExantlirung des Recipienten bewirkt, welche sehr vollständigwerden mufs, wenn beide Kolben so genau gearbeitet sind, dafssie keine Luft neben sich vorbei lassen und der eine N die Oeff-nung B vollständig verschliefst. Will man comprimiren, so darfman die Campane nur über die Oeffnung B stürzen und A mitder freien Luft in Verbindung lassen.
Welche Luftpumpe unter allen die einfachste sey, darüberkann kein Streit obwalten; es ist nämlich die durch RitciukF ig- angegebene 1 . Sie besteht aus einem blofsen Stiefel AB mit ei-^'nem massiven Embolus D nebst einer Stange und Handhabe.Die Kolbenstange geht luftdicht durch eine Lederbüchse imDeckel des Stiefels, in welchem zugleich oben bei E ein auf-wärts gerichtetes Löchelchen angebracht ist; aufserdem hat derStiefel bei C eine seitwärts angebrachte, zum Recipienten Fführende, rechtwinklig aufgebogene Röhre, der Raum des Stie-fels unter dieser Oeffnung ist aber gerade so hoch, als die Dickedes Stiefels beträgt. Denkt man sich also den Embolus bis un-ter die Oeffnung C hinabgedrückt und dann aufgezogen, soentsteht unter ihm ein leerer Raum, in welchen die Luft ausdem Recipienten einströmt, die über ihm befindliche entweichtaber aus dem Löchelchen bei E. Letzteres wird dann mit dem
1 Edinb. Phil. Jouru. New Ser. No. 1. p. 1 12 .