Band 
Erster Band.
Seite
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Einleitung. 9

durch Beispiele, von deren Wahrheit jeder Leser sichüberzeugen bann.

Die Statistik macht uns lediglich nur mit erfolgtenThatsachen bekannt: sie schildert den Stand der Produc-tionen und Consumtionen eines besonderen Ortes in einemangegebenen Zeitraum, so -wie den Stand seiner Bevölke-rung, seiner Macht, seiner Reichthümer, und das Yer-hiiltniss der gewöhnlichen Vorfälle*), die sich daselbst er-eignen und sich in Zahlen abschätzen lassen. Sie ist nichtsAnderes als eine sehr detaillirte Beschreibung. Sie kann dieNeugierde vergnügen; allein sie befriedigt dieselbe auf keinefruchtbare Art**), so lange sie nicht die Ursachen und dieFolgen der von ihr verzeichneten Thatsachen andeutet. So*bald sie aber diese Andeutung wirklich macht, wird sie zuNationalökonomie***). Hierin liegt ohne Zweifel der Grund,wesshalb man beide bis auf den heutigen Tag miteinandervermengt hat.

*) Z. B. die Summe der jährlichen Auswanderungen , Verbre-chen, Werbungen, Civilprocesse, Feuerschäden, Kunstausstellun-gen, Priesterweihen — ja sogar der Selbstmorde. M.

**) d. h. philosophisch oder wissenschaftlich frucht-bare Art: denn für die Praxis kann z. B. die Notiz, wie hoch derZinsfuss in England stehe, oder welche Häfen Amerika’s Freihä-fen seyen, oder welcher Münzfuss in Spanien herrsche, sehr erspriess-lich seyn. M.

***) Nämlich beziehungsweise: denn insofern sie z. B.auch die Wurzeln und die Früchte der bestehenden Verfassung desKirchenstaates bezeichnet, wird sie zur Politik. So ist z. B. da-rum Luders Einleitung in die Staatskunde (Leipa. 1792. Bd. I.S. 1 — 246) ein seltsames Pot pourri von nationalükonomischeuund politischen Principien geworden. M.