Buch I, Cap. 20.
36o
Da» Herauszichen der Capitale lässt sich unmöglichverhindern oder »erbieten.
Auch ,wähne man ja nicht, dass Sperrgesetze diesemUnglücke Vorbeugen können. Kein Bürger lässt sich durchZwang zurückhalten; es wäre denn, dass man ihn einker-kerte; und ebenso wenig sein Vermögen: es wäre denn,
, dass man es confiscirte. Der Hinausschwärzung nicht ein-mal zu gedenken, welche oft unverhüthar ist, kann er jaseine Besitztümer in Waaren umsetzen, deren Ausfuhrerlaubt — ja ermuntert ist, und diese ins Ausland versen-den oder versenden lassen? Ist diese Ausfuhr nicht einreeller Verlust von Werth? Wie vermöchte die Regierungzu errathen, dass sie keine Rückfracht zur Folge habenwerde*)?
Welche* »ind die wahren Mittel, neue Bürger in*Land zu ziehen?
Die beste Methode, Menschen zu fesseln und anzuzie-ziehen, ist: gerecht und gut gegen sie zu seyn, und sie aus-nahmslos des Genusses derer Rechte zu versichern, welchein ihren Augen die köstlichsten sind: nämlich der freienVerfügung über ihre Person und ihr Vermögen, und derFähigkeit, mit völliger Sicherheit zu gehen, zu kommen, zubleiben, zu reden, zu lesen und zu schreiben.
*) Al» man Anno 1790 die Besitzer aller, durch Frankreich»neue Regierung eingezogenen Pfründen und Stellen mit Papiergeldabkaufte, verwechselten fast sämmtliche Empfänger diese ihre As-signaten gegen edle Metalle, oder andere Waaren von reellemWerthe, welche sie ins Ausland initnahmen oder versandten. DerVerlust, welcher hieraus für Frankreich erwuchs, war fast ebensogross als hätte man sie mit wirklichen Werthen ubgekauft: weildas Werthzeichen damals noch nicht tief gefallen war Es ist un-möglich, einen Bürger, sogar wenn er nicht auswanderl, zu verhin-dern, dass er sein Vermögen aus dem Lande ziehe, sobald erernstlich dazu entschlossen ist.