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Die Auswanderung ist dem Adoptiv-Vaterlandchöchst v o r t h e i i h a f t.
Eine wahrhaft profitable Erwerbung für jede Nation istdie eines Fremden, der sich bei ihr, sammt seinen einge-brachten Capitalen, ansiedelt. Derselbe eröffnet ihr zweiReichthumsquellen zugleich: nämlich Industrie und Capitale.Dies ist so viel werth, als hätte die Felderzahl ihres Gebie-tes zugenommen; ungerechnet die Vermehrung der Volks-menge, welche jedesmal köstlich ist, wenn sic zugleich An-hänglichkeit und Tugenden mitbringt. »Beim Regentschafts-»Antritte Friedrich Wilhelms,« sagt der König vonPreussen in seiner Geschichte von Brandenburg, »verfer-»tigte man in diesem Lande weder Hüte, noch Strümpfe,»noch Sarsche, noch irgend einen Wollstoff'. Die Industrie»der Franzosen hat uns mit all diesen Manufacturen berei-»ehert. Sie gründeten Fabriken von Tüchern, Etamin, klei-»ner Wollwaare, Mützen und Webstrümpfen; von Hüten»aus Biber-, Kaninchen- und Hasenhaar; und errichteten Fär-»bereien aller Art. Einige dieser Flüchtlinge wurden Kauf-sleute, und setzten die Producte, der anderen im Detail ab.»Bei’lin erhielt Goldschmidte, Urmaeher, Juweliers und Bild-shauer; und jene Franzosen, die sich auf dem platten Lande»niederliessen, bauten daselbst Taback, und riefen herrliche»Früchte aus weiten Sandfeldern hervor, welche, unter ihrer»Pllege, zu wunderschönen Küchengärten wurden.»
Verderblichkeit der Auswanderung für das verlas-sene Vaterland.
Allein wenn die von Industrie, Capitalen und Anhäng-lichkeit, begleitete Auswanderung für das Adoptiv-Vaterlandein reiner Gewinn ist, so kann kein Verlust für das verlas-sene Vaterland trauriger seyn. Mit gutem Rechte sagte dieKönigin Christine von Schweden, bei Gelegenheitdes Widerrufs vom Edicte von Nantes: Ludwig XIV. haLcmit seinem rechten Arme sich den linken abgehauen.