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Erster Band.
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Abth. I. Cap. 9.

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I

vielmehr kraft eines Zusammentreffens von Ursachen, dieman unmöglich scharf bezeichnen kann. — Die russische Kai-serin Katharina II. Hess, um die Fabrikation von Seide-zeugen, in ihren Staaten — wie sie sagte— »mit unfehl-barem Erfolge zu*naturalisiren«, alle zu dieserIndustrie, bis in deren feinste Hantirungen herab, erforder-lichen Arbeiter, aus Lyon, kommen. Sie wurden aus denGeschicktesten gewählt; — sie waren bei dem Gelingen höch-lichst interessirt; — und doch brachten sie es nicht dahin,auch nur ein einziges Stück Seidezeug zu verfertigen. C h a p -tals*) Enträthselung dieses Phänomens ist folgende:

»Zuvörderst Hndet sich in Lyon ein öffentliches Ge-»bäude, worin die Seide einer stets gleichmiissigen Tempe-»ratur ausgesetzt wird, um den Betrug zu hintertreiben,»worauf sich sonst etwa die Verkäufer verlegen könnten **).»Man sieht daselbst eingeübte Kenner der Qualitäten aus-»schliesslich damit beschäftigt, die Einkäufe zu machen,»und sieht diesen kostbaren Rohstoff mit Erstaunen, von»der Abhaspelung der Puppen an, bis zur Vollendung des»Gewebes durch zehnerlei Hände gehen. Alle diese verschie-»denen Leute haben sonst nichts miteinander gemein als den»Zweck ihrer Arbeiten. Ihre Verrichtungen erheischen ganz»verschiedenerlei Kenntnisse und eine lange Uebnng; jeder»von ihnen ist ein unentbehrliches Rad der Fabrik; keiner»darunter kann den anderen ersetzen; und alle müssen Mei-»ster in ihi-em E'ache seyn, wenn das Product alle jene Tu-vgenden in sich vereinen soll, worauf sein hoher Preis be-»ruht. — Hierzu rechne man die Mechaniker, welche die»Maschinen bauen und ausbessern; die Färber, welche durch»lange Erfahrung mit ihren Farbstoffen und deren Behand-»lung vertraut sind; die Zeichner, welche die Modelle ent-swerfen ; die Eigenheiten des Wassers, deren Wirkungen

*) S. dessen Werk libcr die französische Industrie Bd. I. S. 5i.

**) Nämlich dadurch, dass sie das Gewicht 4er Seide mittelstder Feuchtigkeit verstärkten. M.