Buch III. Cap. m.
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auch ein blosser Ministerwechsel, liann die feierlichsten Ver-sprechungen zernichten. Um den Credit nachzuhelfen, warfinan, für die Darleiher, mancherlei Lochspeisen aus: baldwar es der Köder starker Zinsen , oder fetter Leibrentenund Vontinen; bald der von Zeitrenten (Annuitäten), vonPrämien, oder von Lottericgewinnsten, die zum stipulirtenZinse hinzu kamen. Sogar in E n g I a n d verloren, mit-ten unter den glänzenden Siegen von Marlborough,die Schatzkammerscheine bis gegen 4 ° Procent. Die Kö-nigin Anna borgte 9 Millionen Pfund Sterling auf, womitman Lotteriegewinnste verknöpfte, die, ausser und nebenden Zinsen, nicht weniger als 2,723,918 Pfund Sterling be-trugen*). In der Folge hat sich der Credit von E n g I a n d,und demnächst auch von mehreren anderen Staaten, ge-hoben : was man hauptsächlich der gewissenhaften Pünkt-lichkeit, womit sie die Zinsen ihrer Schuld abtrugen,zuschreiben muss.
Inwiefern eine Regierung mehr Zutrauen verdient
als ein Privatmann, und 11 in g ek e li rt.
Erwägt man die Ilülfsquellen einer Regierung, so ver-dient sie mehr Zutrauen als ein Privatmann. Die Einkünfte•ines Privatmannes können plötzlich entweder ganz aus-bleiben , oder doch zu einem so grossen Theile, dass erausser Stande ist, seine Verbindlichkeiten zu erfüllen.Eine Reihe von Bankerotten, worein sein Handel verwickeltwird, unabwendbare Unglücksfälle, Landplagen, Proccsse,Ungerechtigkeiten, können einen Privatmann ruimren; wäh-rend das Einkommen einer Regierung auf Steuern beruht,die einer so grossen Zahl von Steuerpflichtigen aulerlegtsind , dass die einzelnen Unglücksfälle von Letzteren nureinen geringen Theil des Staats-Einkommens treffe» können.
*) R o I) e r t H a m i 11 o n: On t li e n a t i n na 1 0 c b t, Ausg. HI.S. 7 » de» Originals.