C C) N S U M T I O JV.
1QÜ
ein Einziger, dem jene Steuer, wie überspannt sie auchsey n mag, die Gesammtheit seines Einkommens entzöge;während, durch eine Vorenthaltung der bisher, an die Ren-tenzehrer, bezahlten Zinsen, Vielen derselben geradezualle Subsistenzmittel abgeschnitten seyn würden.
Um den Krebsschaden der Schulden zu heilen, ist daseinzige vernünftige Mittel das, welches Kranke anwenden,die ihre Natur durch Ausschweifungen verdorben haben,und sie durch eine strenge Lebensordnung Wiederherstel-len: man muss, stufenweise, die Capitale, welche man leicht-sinnig verschwendet hat, wiederersetzen: das heisst, denStaats-Aufwand schmälern, und die, auf solchem Wege,erübrigte Einnahme treulich auf den Rückkauf der Schuldverwenden. An einem Finanzminister ist kein anderes Ta-lent so viel werth als das, wenig Aufwand zu machen.
Ueber die, von der Staatsgewalt, aufgehäuften
Schätze.
Regenten, welche, gleich den Potentaten von Asien,keine Hoffnung haben, Credit zu finden, suchen einenSchatz zu sammeln.
Ein Schatz ist der gegenwärtige Werth eines vergan-genen Einkommens; so wie ein Anlehen der gegenwärtigeWerth eines künftigen Einkommens ist. Deide dienen zurBestreitung von ausserordentlichen Bedürfnissen.
Nicht immer befördert ein Schatz die Sicherheit derRegierung, welche ihn besitzt Er zieht die Gefahr viel-mehr herbei. Nur selten dient er zu dem Zwecke, wofürman ihn gesammelt hat. Der von Carl V., Könige vonFrankreich, aufgehäufte Schatz wurde die Beute seines Bru-ders, des Herzogs von Anjou; der, welchen Pabst Paul II.dazu bestimmte, die Türken zu bekämpfen und nach Asienzurückzutreiben, begünstigte die Ausschweifungen vonSixtus IV. und dessen Nepoten; der, welchen Hein-rich IV., König von Frankreich, zur Demüthigung.desHauses Oesterreich zurücklegte, wurde zu den Verschwen-dungen der Günstlinge von der Königin Mutter vernutzt;und in neueren Tagen haben die Ersparnisse, wodurch die
l3 *
<