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Ob die Heere als Unter bring-Anstalten nützlich sind.
Man hat behauptet, die stehenden Heere seren eine heil-same Unterhring-Anstalt für die Taugenichtse einer Na-tion. Hierauf antworte ich: eine Einrichtung, die es den Men-schen möglich macht, von ihrer Arbeit zu leben, taugt mehrals diejenige, welche ihnen deren Lohn entreisst; es istbesser, die Taugenichtse selten zu machen , als Armeen undGalecrensclaven-Zwinger für deren Unterkunft zu errichten.
Das S o Id a teilte ben ist eine schlechte Schule.
Weh thut der Ausspruch; aber das Feldlager-Leben istnicht geeignet, den Menschen zum nützlichen Bürger zu bil-den. Es gewöhnt an Trägheit und Hnechterei. Wer einrechter Soldat seyn will, muss seine Zeit im MUssiggangezubringen, und einen Befehl selbst dann zu befolgen wissen,Wann er grausam und ungerecht ist. Im Krieg ist der lei-dende Gehorsam unerlässlich: denn hier müssen 100,000 Men-schen auf einen einzigen Zweck, nämlich den Sieg, Zusam-menwirken. Im gesellschaftlichen Zustande ist derZweck mannigfaltig: nämlich die höchste Wohlfarth derMehrzahl*); und dieser ist nur durch die Entwickelung derindividuellen Gedanken und Kräfte erreichbar. Im bür-gerlichen Loben ist man nur einem gesetzlichen Be-fehle Gehorsam schuldig; und wenn das Gesetz söhlecht ist,so muss man es zu tadeln wissen. Dies ist aber noch nichtAlles; der Soldat ist geneigt, die Gewalt mit dem gutenliecht, und den Degen mit Gründen, zu verwechseln: waseine Herabwürdigung vom edelsten Theile der Menschennaturist. — Sonafch frommt es der'Gesellschaft,’ die für das Mili-t.'ir-System nothwendigen Formen auf die möglichstgeringeMenschenzahl zu beschränken, und nur auf diejenigen Augen-blicke, wo sie unentbehrlich sind. Ich weiss, dass mächtigeInteressen sich dem Defensiv-Systeme widersetzen; um dem-selben aber den Vorzug zu verschalfen, kenne ich einnoc h mächtigeres: nämlich das der Völker,
*) „M a x i in a plurimorum felicitas.“ So heisst bekannt-bch auch die Devise vom Patriarchen des Liberalismus: von Sav’sund meinem unschätzbaren Freunde Jerein} Bentham. M.