:Jo6
A IM II AN C.
Visitationen an den Grenzen, oder an den Stadtthoren, her-beiführen. Viele Wasren und Effecten werden dahei be-schädigt; die Kisten und das Packzeug verdorben, die Wah-ren übereilt und unordentlich wieder eingepackt. Die Fuhr-leute und die F.igenthümer der Effecten verlieren darübereine kostbare Zeit; und der Fiscus zieht aus all diesen Ver-lusten keinen mindesten Nutzen.
Die Erhebungskosten sind kein Gewinn fiirden Fiscus.
Zu denjenigen Steuern, oder denjenigen Bruchthei-len der Totalsteuersumme, wovon dem Fiscus nichts zu-lliesst, gehören auch die Erhebungskosten jeder Art.
Die jetzt sogenannten indirecten Steuern (sie hiessenfrüher droits-reunis) waren anfänglich, alsBonapartesie einführte, massig. Es ist ein Grundsatz der Finanz-wissenschaft, dass man, um von dem Volke viel Geld zuziehen, anfangs nur wenig fordern müsse: denn wenn mandie Bürde eines Lastlhiers allmählich vermehrt, so kannman sie auf einen bedeutenden Grad steigern. Freilich wirdes alsdann schneller aufgerieben; allein es hat auch einengrösseren Dienst geleistet. Schlechte Regierungen, welchewenig für die Zukunft sorgen, leihen den Vorschlägen derFVoanzmänner ein williges Ohr; und so kam es, dass diespäterhin so drückend gewordenen droits-reunis, —besonders die Tranksteuer, — ursprünglich sehr leidlich wa-ren. Man stellte dem Kaiser vor: deren Einzug würde einHeer von mehr als 20,000 Angestellten erfordern, und soder Regierung mehr kosten als eintragen*). Bona-parte lächelte über die Einfältigkeit dieses Einwurfs, undentgegnete, man dürfe nicht bei dem Ueberschlage für einerstes Jahr stehen bleiben; und gab zu verstehen, dassseine droits-reunis eine Fiscalmaschine seyen, die,wenn neue Steuerarten hinzukämen, oder die alten-
*) Eine der Hauptpersonen seines Hofes äusserte hierüber gegenmich: „Sie haben ihm die Heere von Angestellten zu na„Vorwurfe gemacht: — dies ist aber für ihn gerade„ein Motiv, seinen Plan durchzusetzen: denn er ver-„grüssert eben so gerne die Zahl seiner'Ge schüplc, als„er seine Kassen füllt.“