Band 
Dritter Band.
Seite
478
JPEG-Download
 

4 ”8

A H H A S 6 .

französischen Volkes gründen, von dem die Hälfte fast nie-mals Waizenbrod zu essen bekömmt, und dessen Nahrungauch aus Gerste, Roggen, Buchwaizen, Kastanien, Welsch-horn, Bohnen und Kartoffeln besteht, wozu noch das Fleischvon Schweinen, Kaninchen und Rindvieh, in sehr verschie-denen Proportionen, kömmt?

Neck er: einer der verdientesten Staatsminister vonFrankreich, glaubt, dife Bevölkerung eines Landes fasse sicham einfachsten und sichersten aus der Zahl der jährlichenGeburten entnehmen. Er selber hat sich der Geburts-listen zu diesem Behufe bedient. Man darf sich allerdingsdarüber wundern, dass er, als Protestant, grosses Vertrauenin die von Pfarrern geführten Geburtsregister hat setzenmögen: und zwar zu einer Zeit (1784), wo man, besondersin den Dörfern, auf die Kinder von sehr armen Leutenwenig Rücksicht nahm, und die Kinder der Protestanten garnicht in das Verzeichniss eintrug*). Die Hauptschwierig-hcit bei dieser Methode zeigt sich aber bei Aufstellung desVerhältnisses der Zahl der Geburten zur Zahl der Lebenden.Dieses Verhältniss ändert sich mächtig, je nach den Fort-schritten und den Rückschritten des allgemeinen Wohlstan-des, so wie nach der mittleren Lebensdauer in demjenigenVolke, dessen Zahl man erforschen will**).

DicKenntniss der N a t i o n al o kon 0 m i e ist d en S t ati-

stikcrn unentbehrlich.

Die Unvollkommenheit der Nationalökonomie in derhinter uns liegenden Zeit, hat den statistischen Berechnun-gen geschadet. Lavoisier scheut sich nicht, zu sagen:»ich glaube, mit Zuversicht behaupten zu können, dassdas Gesammteinkommen Frankreichs, in Geld ansgeschla-gen, nicht 1200 Millionen Livres übersteige«***). Da sich

*) Malthus ist überzeugt, dass die Geburtsregister überallund besonders in England, sehr unvollständig sejen. Man sehe des-sen Werk über die lievölkerung, Bd. II, Cap. 11.

**) Siehe hierüber Bd. II, S. Sol. M.

***) Lavoisier wusste sehr wohl, dass die Summe des wirkli-chen haaren Geldes: — der Gold-und Silbermünaen — mehrals doppelt so viel betrug.