Band 
Dritter Band.
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Au'i'ii. IV. 0 * i*. 4 . 499

von Vorfahren hat, deren jeder umso weniger auf unserDaseyn eingewirkt hat, je ferner er von uns steht.

Ein sehr schwerer, aus dem Sperrsystem entsprungener,und bis auf unsere Tage fortbestandener, Irrthum war der,dass man die Wissenschaft der Nationalökonomie mit derRegierungskunst verwechselt hat. Es ist dies gerade so,wie wenn man die Kunst des Landwirths, und nur zu oftden Schlendrian des Landwirths, mit den Gesetzen derPflanzennatur verwechselt hätte. Der Kanzler Bacon,der uns zuerst gelehrt hat, dass man, um das Verfahren derNatur kennen zu lernen, nicht die Schriften von Aristo-teles, sondern die Natur selber, mittelst scharfsinnigerBeobachtungen und wohlangestellter Experimente, befragenmüsse, sah durchaus nicht ein, dass dieselbe Methode sichauch auf die moralischen und politischen Wissen-schaften anwenden lasse, und zwar mit gleichem Erfolg.Ohne die Natur des Handels und der Industrie zu Rathe zuziehen, hat er die Gesetze von Heinrich VII. gepriesen,der den Preis der Tücher und der Hüte, so wie den Lohnder Handarbeiter, festsetzte. Unser Heinrich IV., dervor Allem das Wohl des Volkes wollte, bestätigte dieEdicte von Carl IX. über die Innungen, und verschärftesie noch, indem er die Haufleute, gleich den Handwerkernhineinzwang *).

Freilich ist diejenige Regierung eine sehr jämmerliche,welche Gesetze und Verordnungen erlässt, ohne die Grund-sätze der Nationalökonomie zu kennen; aber die Regierungist es nicht, welche diese Grundsätze beherrscht; eben-sowenig als der Mechaniker die Gesetze der Mechanikbeherrscht. Die entgegengesetzte Meinung ist ein unseligerIrrthum; und mit Befremdung sieht man, wie J. J. Rous-seau, ein Vertheidiger der öffentlichen Freiheiten, der Staats-verwaltung anräth, ihre Unterthanen am Aufhäufen zu hin-dern**); während doch der Arme nur mittelst der Auftiäu-

*) Durch sein Edict von 1097.

**) „Eine der wichtigsten Aufgaben für die Regierungen ist die:der ausserordentlichen Ungleichheit des Vermögens vorzubeugeu;nicht dadurch, dass man den Eigenthiimem ihre Schätze entreisst,

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