1716
M e e r.
das Meer plötzlich weife wie Milch oder Kalkwasser erschien,ohne dafs sich der Grund dieser Veränderung angeben liefs,denn in dem geschöpften Wasser fand man nichts anderes, alseinen durchsoheinenden, faserartigen StolT. Manche Färbungendes Meeres werden durch kleine Thierchen oder animalischeSecretionen erzeugt, die sich über bedeutende Strecken aus-breiten, in den heifsen Zonen am häufigsten sind und bei Nachteinen phosphorischen Schein geben. So sah Fini.ayson 1 einstin der Nähe von I’rince - Walesinsel das Meer mit einem grü-nen Schleime bedeckt, welcher bei Nacht leuchtete, auchTuckcy 2 fand nach der Umsegelung von Cap Palmas im Meer-busen von Guinea, dafs das Meer eine weifsliche Farbe an—nahm, und zwar stets mehr, je näher man zur Prinzeninsel kam.
I. Leuchten des Meeres.
55) Das Meer zeigt namentlich beim Schlagen der Ruderoder in den Furchen der Schiffe so allgemein leuchtende Puncteund Streifen, dafs diese Erscheinung unter niederen Breiten,z. B. im mittelländischen Meere und an den Küsten von Por-tugal und Spanien , schon in den frühesten Zeiten auffallenmufste, und es bezieht sich daher wohl nur auf die Stärkeund Ausdehnung dieses Phänomens, wenn Äthan. Kircherangiebt, dafs Amehigo Vespucci dasselbe zuerst wahrgenom-men habe. Robert Boyee 3 sammelte viele Nachrichten hier-über von den Schilfern und machte diese bekannt, nachheraber, bis auf die neuesten Zeiten herab, theilten eine Men-ge von Seefahrern ihre Beobachtungen hierüber mit und ka-men im Ganzen darin überein, dafs der Lichtschein von klei-nen phosphorescirenden Thierchen oder von faulenden tbieri-schen Substanzen herrühre. So meinte BouRzes*, welcherauf seiner Reise nach Indien viele Beobachtungen darüber an-stellte, eine fette, klebrige Materie, vermuthlich ein Productder Fäulnifs, sey die Ursache des Leuchtens. Gleicher Ansichtwar Cantos®, indem er sich auf die Wahrnehmung bezog,
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1 Voyage to Siam and Hue. 1821 u. 22. p. 83.
2 G. LX1. 318
3 Works. T. III. p. 304.
4 Lettres e'difiantes. T. IX. Par. 1730.
5 IMiil. Trans. T. LIX. p. 446.