Wellen.
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76) Hierdurch wird die Kraft der Wellen bedeutendvergröfsert, noch mehr aber durch zwei andere Bedingungen,welche ihre Gewalt bis ins Unglaubliche steigern, nämlich dieVerengerung des Raumes, den die Wellenlänge einzunehmenvermag, und die Hindernisse des Bodens, gegen welche dieWellen kämpfen. So wie nämlich die Welle sich mehrverflacht, wenn sie sich weiter in die Länge ausbreiten kann,mufs sie im Gegentheil höher werden, wenn sie in einenengern Raum zusammengedrängt wird. Verflacht sich danngleichzeitig der Boden, über welchem die Welle fortschreitet,allmälig, so hindert dieses ihren Fortgang, sie kann an ihrervordem Seite weniger aufsteigen, als sie an ihrer hintern her-absinkt, wenn sie gleich anfangs höher gehoben wird, und siemufs daher allmälig abnehmen und sich endlich ganz verlie-ren. Enthält dagegen der Boden steile Erhöhungen, insbe-sondere Felsen und hauptsächlich solche, die mit Vertiefun-gen wechseln, so kann die vordere Welle nicht schnell ge-nug fortschreiten, die nachfolgende ereilt sie, die Wellen stür-zen über einander, thiirmen sich auf, es entstehn die TVas-serwände (barres ), und man erhält die sogenannte Bran-dung, wenn die See brandet, wobei man die dieses bewir-kenden Felsen Brecher ( breakers ) nennt. Jedes felsige Ufer,wenn auch das anstofsende Meer unmittelbar daneben eineTiefe von hundert und mehr Fufs hat, wie nur selten derFall ist, muTs solche Brandungen erzeugen, die desto stärkerwerden, je tiefer und ausgedehnter das Meer ist, weil in glei-chem Mafse hiermit die Gröfse der Wellen und dadurch ihreGeschwindigkeit, die Tiefe derselben im Wasser und die Ent-fernung, bis auf welche die Oscillationen im Ganzen sich er-strecken oder eine Welle der andern folgt, zunehmen müs-sen. Kein Schiff kann der Gewalt des Wassers in diesenBrandungen widerstehn, und selbst die geübtesten Schwimmervermögen nicht dagegen anzukampfen, wenn sie nicht Ge-schicklichkeit genug besitzen, unterzutauchen und in dem tie-fern, minder stark bewegten Wasser fortschwimmend sich dengefährlichen Stellen zu entwinden, was wohl nur einige un-ter den wilden Stämmen, die als Küstenbewohner mit demMeere innig vertraut sind, wagen dürfen. Kleine Schiffe wer-den durch die Gewalt der sich brechenden Wellen umgestürztund in die Tiefe herabgedrückt, gröfsere hierdurch zerbrochen