1748
Meer.
oder an den Felsen zerschellt und nur biegsame, den Wel-len nachgebende Flofse und Rettungsboote von Kork (life -boats), die nicht untergehn können, hat man in Vorschlag ge-bracht, um durch sie zu kommen. Sie sind vorzüglich starkan manchen Theilen der Westküste von America , an den Kü-sten von Senegambien 1 und im indischen Ocean, namentlichbei Sumatra , wo Marsden 2 sie beobachtet hat. An den Kü-sten dieser Insel ist die Brandung (surf) so unglaublich stark,dafs man das Brausen mehrere Meilen weit hört, und es sindFälle vorgekommen, dafs Schiffe ganz umgekehrt wurden, in-dem die Spitzen der Masten im Sande steckten, ihr unteresEnde aber durch das Schiff getrieben war, ja sogar Stückevon Segeln fand man zusammengedreht und zerrissen. . Wer-den die Wellen zwischen enge Ufer der Strommündungen zu-sammengedrängt, wenn die Richtung ihrer Bewegung sie indas Strombette treibt, so entstehn die auffallenden Erschei-nungen, die unter dem Namen Mascaret , Rastern, Pororocau. s. w. bekannt sind 3 4 , zwischen Felsen und Klippen aberzeigen sich dann Phänomene, die denen beim Sprungkegel*ähnlich sind, indem die in einen engen Raum zusammenge-drängten Wassermassen, durch stets nachfolgende Wellen ge-trieben , zu 100 und nach Buffos selbst bis 200 Fufs em-porgeschleudert werden. So hat man unter andern wahrge-nommen, dafs das Wasser bis 100 Fufs hoch über den Leucht-thurm bei Eddystone emporspritzte und also eine absolute Flöhevon 180 Fufs erreichte.
77) Hieraus erklärt sich dann auch leicht die grofse Ge-walt, welche die Wellen ausiiben; denn obgleich sie nichtaus einer fortgehenden Bewegung des Wassers bestehn , sogiebt doch der sich hebende Wasserberg die Masse und dasFortschreiten desselben die Geschwindigkeit, welche beideGröfsen als Bedingungen des mechanischen Momentes zumGrunde liegen. Zu einer numerischen Bestimmung der Gewaltwelche die Wellen auszuüben vermögen, scheinen mir die