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Sechster Band. Dritte Abhteilung. Me - My.
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Wellen.

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erforderlichen Thatsachen zu fehlen, da es einen Unterschiedmacht, ob die gegen einen Gegenstand stofsende Welle zu-erst mit ihrem untern Theile anlangt, ob eine frühere kleinereWelle und die geringe Wassertiefe sie zurückhält, ob sie ge-rade oder in einem Winkel trifft u. s. w.; allein wenn manhiervon abstrahirt und berücksichtigt, aus was für einer Was-sermasse die Welle besteht, die sich mit einer Geschwindig-keit von ungefähr 40 Fufs in einer Secunde bewegt, so er-hält man mindestens einen genäherten Ueberschlag der aufser-ordentlichen Kraft, welche hierdurch ausgeübt werden kann.Hieraus wird das knarrende Geräusch in den Schiflen erklär-lich, welche aus dem gesundesten Holze mit unübertrefflicherFestigkeit zusammengefügt jeder Gewalt, um so mehr der desflüssigen Wassers, trotzen zu können scheinen und dennochdem Stofse der Wellen bis zur wahrnehmbaren Aenderung ih-rer Gestalt, bis mindestens zu einiger Biegung nachgeben. Sogeschah es auf Kkusenstehn’s Reise, dafs eine Welle, nach-dem sich die Richtung des Sturmes plötzlich geändert hatte,die Planken der Cajüte zerschlug und einen Theil des Was-sers in das Innere des Schiffes trieb. Ebenso wurde auchOtto v. Kotzebue, als er sich einst bei einem heftigenSturme auf dem Verdecke befand, von einer ungeheuren Welle,deren Annäherung er mit Schrecken wahrnahm, betäubt nie-dergeworfen , so dafs er einige Tage das Bette hüten mufste.Von den vier bei ihm befindlichen Matrosen wurde einer indiä See geschleudert, ein anderer brach ein Bein und die bei-den, welche das Steuerruder hielten, wurden stark beschädigt;das Steuerrad war zerschlagen und der Vordermast, ein Bal-ken von zwei Fufs Durchmesser, fand sich zerschmettert*.Brejiontier* legte einst 8 Steine, deren Gewicht von etwa130 bis 12000 ff betrug, auf einen Damm, um die Gewalt zuerforschen, welche die Wellen bei wiederkehrender Fluth ge-gen sie auszuüben vermöchten; sie wurden aber insgesammt,einige bis 50 Fufs weit, fortgestofsen und zuletzt ins Meer ge-worfen. Durch die gehörige Würdigung der hierbei thätigenKraft wird dann auch erklärlich, wie die Meereswellen enor-me Felsmassen überbeugen, so dafs sich Sand darunter anhäuft

1 Literarisches Wochenblatt 1818. N. 21.

2 A. o. a. O.