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Sechster Band. Dritte Abhteilung. Me - My.
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Meer.

P. Frisi 1 nicht bei, welcher diese Kraft des Oeles ganz inZweifel zieht, vielmehr erzählt er, dafs ein Mitglied der So-ci6te Roy. humaine im Jahre 1800 vorgeschlagen habe, Oel mit Feuerspritzen über das Meer zu spritzen, wenn man ge-strandete Schiffe reiten wolle, weil man nur dann mit Erfolgihnen Hülfe leisten könne, und gründete, als erfahrner Seemann,diesen Vorschlag auf verschiedene Beispiele, in denen er dieKraft des Oeles selbst bei seinem und andern Schiffen wahr-genommen batte. Ferner erzählt Osokezkowskt l , dafs ereinst bei stürmischem Wetter sein Schiff am Ausflusse derWolchawa in den Ladoga-See vor Anker gelegt und in vierMalen nach einander im Ganzen 42 $?. Leinöl ins Wasser ge-gossen habe. Dadurch sey die ganze Strecke so eben als eineSpiegelfläche geworden und es habe geschienen, als ob dieWellen durch die Last des Oeles niedergedrückt würden. Amüberzeugendsten sind wohl ohne Zweifel die Thatsachen, wel-che C. E. M. Richter 3 hierüber mittheilt. Einst stand erauf Porto Santo am Ufer und sah, wie ein Schiff von denAnkern losgerissen in den Wellen zu Grunde ging. Baldzeigte sich mitten in der Bay ein Boot, welches dem Strandezugetrieben wurde, und als es ihn eben erreicht, schien dasMeer um dasselbe still zu werden , denn es hatte ein Ansehnals bei völliger Ruhe. Die Wellen erhoben sich aber baldwieder und schleuderten, jedoch ohne zu branden, das Boothoch auf den Strand; die Menschen sprangen heraus und eil-ten der Höhe zu, um nicht von den nachfolgenden Welleneingeholt zu werden. Die Ursache dieses günstigen Ausgan-ges war ein Fäfschen mit Oel , dessen Boden im Augenblickedes Landens eingeschlagen wurde, so dafs der Inhalt sich überdem Wasser ausbreitete und die tobenden Wellen auf einenAugenblick besänftigte.

80) Viele haben sich bemüht, das Phänomen zu erklä-ren, welches allerdings sehr auffallend ist, da man kaum be-greift, wie eine so geringe Quantität Flüssigkeit die uner-

1 Opusc. filos. Milano 1781. Dias. 111. doll 1 aaione dell' olio sull’acqua. p. 59.

2 Halle Magie Th. IV. S. 566.

3 Reisen zu Wasser und zu Lande. Dresden 1821. Th. II.

S. 66 ff.