1762
Meer.
za 77 Seemeilen in 24 Stunden zunimmt. Diese Messungwurde jedoch im Winter gemacht, und Sabiite glaubt, dafsin dieser Jahrszeit das Verhalten gerade das umgekehrte ist.Hiernach soll der Strom bei seinem Eintritt in das atlantischeMeer aus dem Meerbusen von Florida im Sommer eine Ge-schwindigkeit von 80 Seemeilen in 24 Stunden haben, beiseiner Richtung nach NO. an den Küsten America’s hin keinHindernifs finden, vielmehr durch seine westliche Ausbreitungin die grofse Bucht zwischen Hatteras und Nantucket bis un-ter 70 Seemeilen Geschwindigkeit in 24 Stunden herabsinken.Im Winter dagegen soll das Niveau des Meerbusens von Me-xico abnehmen (vielleicht weil periodische Regen und Stürmesich mehr nach Süden hin ziehn), dagegen stärkere Strömun-gen gegen die nördliche und westliche. Seite des Stromes inFolge der nördlichen und nordöstlichen Winde statt finden,welche das Wasser desselben hindern , die Bänke von Nantucketund St. Georg bei Neufundland zu erreichen, dagegen dieWassermasse des Meeres zwischen Cap Hatteras und Nan—tucket aufhäufen und die Geschwindigkeit des Stromes überdie anfängliche erhöhn. Diese Ansicht stimmt ganz damitüberein, dafs v. Humboldt 1 die Geschwindigkeit des Stromesunter etwa 26° N. B., also nachdem er sich nach seinem Aus-tritte aus dem Bahama-Canale ganz nach Norden gewandt hat,im Mai = 80 Seemeilen in 24 Stunden fand, welches 5,25Fufs in 1 Secunde beträgt, und an einigen Stellen soll dieGeschwindigkeit noch gröfser seyn. Seine Richtung behält ervon hier an bei, bis er durch die grofse Bank von Neufund-land abgewandt wird, und seine Breite, welche Boston ge-genüber etwa 80 Seemeilen beträgt, bleibt sich an der ameri-canischen Küste ziemlich gleich, die Temperatur aber vermin-dert sich allmälig, doch ist sie in der Gegend der grofsen Bankvon Neufundland , nach einer Strecke von mehr als 1000 See-meilen, noch gegen 21° bis 22° C., statt dafs die der Meeres-oberfläche dort nicht mehr als 9° Bis 10® C. beträgt. Vor derErreichung der genannten Bank wendet er sich östlich undströmt in dieser, auch wohl in südöstlicher Richtung nach denAzoren , über welche er nach Resitel selten hinausgeht, in-dem sein Wasser, in dem des Oceans ausgebreitet, sich nach
1 Reisen. D. Ueb. Th. F. S. 88 ff.