M e i. 1 c.
1775
Die Charybdis liegt neun ital. Meilen unterwärts bei Mes-sina . Die dortigen Schlünde unter dem Wasser sind Folgender Strudel, nicht Ursache derselben, denn sonst mäfsten dieseohne Unterbrechung statt finden. Ein Theil des durch denCanal getriebenen Wassers strömt gegen den Felsen, auf wel-chem der Leuchtthurm Calofaro erbaut ist; ihnen begegnenandere Strömungen, wodurch das Wasser in eine Art von Bran-dung versetzt wird, und diese Wellenbewegung treibt schwim-mende Gegenstände nach aufsen. Io Zeiten des ruhigen Mee-res kann die Stelle mit kleinen Booten befahren werden undSf allanzani 1 fand sie nur 500 Fufs tief; wenn aber der Si-rocco oder Südostwind weht, so werden die Schilfe vomStrome in den Strudel hineingerissen und von den' Wellenzerschlagen oder gegen die Felsen geworfen, wenn nicht dieder Sache kundigen Lotsen zu ihrer Rettung bereit sind; An-ker, Segel und Steuerruder helfen in der Nähe der Scylla undCharybdis selbst dem erfahrensten Seemanne nicht und diefestesten Kriegsschiffe müssen bei stürmischer See diese Ge-genden meiden 1 2 .
M.
Meile.
Milliare; Mille; Mile.
Das WoTt Meile, wodurch man ein gewisses Längenmafs,zunächst zur Bestimmung der Entfernungen auf der Oberflächeder Erde, versteht, kommt aus dem Lateinischen (von mille')her, indem man von Rom aus die Entfernungen der Orte nachTausenden von Schritten (millia passuum) bestimmte undauf den Hauptstrafsen in diesen 'Distanzen Meilensteine (adtertlum , quartum etc. lapidem') setzte. Der Schritt ( passus )betrug fünf römische Fufs 3 , das Milliara oder die Meile 1000solcher Schritte oder 8 römische Stadien, jedes von 125 Schrit-ten, und 20 solcher Meilen rechnete man für eine Tagereise.Nach der oben 4 angegebenen Vergleichung beträgt die römi-
1 Reisen. Th. IV. S. 147.
2 G. V. 98.
3 CoiXMELLi. de Re ruet. L. V. c. 1.
4 S. Art. Maft. S. 1249.
VI. Bd.
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