1776
M e i 1 e.
sehe Meile 1477,78 Meter, den römischen Fufs zu 0,2959 Me-ter oder 113,14 par. Lin. angenommen.
Die übrigen Völker haben verschiedene Gröfsen zur Be-stimmung der Entfernungen angenommen. Eine der bekannte-sten ist die deutsche Meile, deren Länge anfangs so viel be-tragen zu haben scheint, als ein gewöhnlicher Fufsgänger inzwei Stunden zurücklegt 1 2 . Spater verfiel man auf die zweck-mäfsige Idee, einen aliquoten Theil eines Grades im Aequa-tor als das Mafs einer Meile anzunehmen. In England nahmman den sechzigsten Theil eines Grades oder den Bogen ei-ner Minute als das Mafs der Meile an , und hiernach rechneteauch Newton*, bis sich aus Picakd’s Gradmessung ergab,dafs solcher Meilen 69 auf einen Grad gehn, die man in Eng-land auch seitdem beibehalten hat. Sie ist so ziemlich diekleinste und wenig von der römischen verschieden. Die ita-lienische Meile wurde genau so grofs als der 60ste Theil ei-nes Grades angenommen und in neuern Zeiten so beibehalten.Die französischen Schiffer fanden es bequem , eine Meile vondrei Bogenminuten Länge anzunehmen , deren also 20 auf ei-nen Grad gehn; sie ist die in Frankreich und auch in Eng-land gebräuchliche Seemeile. Die eigentliche französische Meile,die Leuca gallica, jetzt Lieue , wurde so festgesetzt, dafs 25auf einen Grad im Aequator gehn ; ihre genaue Gröfse kanndaher nur aus der Normalbestimmung, nämlich der eines Gra-•des im Aequator, entnommen werden. Die allgemein so ge-nannte deutsche oder geographische Meile, so genannt, weildie niederländischen Seefahrer und Geographen sich ihrer beider Verzeichnung der Charten und bei geographischen Bestim-mungen bedienten, ist so grofs, dafs ihrer 15 auf einen Gradim Aequator gehn oder ihr ein Bogen von 4 Minuten zuge-hört. Sie wird auch bei astronomischen Bestimmungen ge-braucht. Von ihr weichen die in den einzelnen deutschenStaaten üblichen Meilen sehr ab, deren einige ziemlich genau,jedoch nur so weit bestimmt sind, als man früher überhauptzuverlässige Mafsbestimmungen hatte. So sollte die sächsischeMeile nach der Bestimmung des Churfürsten August im Jahre
1 Keplehi Tab. Rudolph. Cap. 16.
2 Pembibto* View of Sir Is. Newton’* philoiophy. Lond. 1728.4. Praef.