1800
Meridiankreis.
Die beiden Kreise m, n dieses Instruments sind, wie be-reits erwähnt, dazu bestimmt, entweder die Höhe oder auchdie Polcli8tanz des an dem mittlem horizontalen Faden beob-achteten Sterns zu bestimmen. Zu diesem Zwecke mufs dieEbene dieser beiden concentrischen Kreise genau vertical ge-stellt seyn. Wäre n der Winkel, welchen diese Ebene desKreises mit der durch seinen Mittelpunct gehenden Vertical-ebene macht, so hätte man, wenn z die an dem Instrumentegefundene und z die wahre Zenithdistanz des Sterns bezeich-net, die Gleichung
Cos. z'= Cos. n Cos. z,oder, da n nur klein seyn kann,
z — z = Cotg. z.Sin. l"
für die Correction, die man an jeder beobachteten Zenithdi-stanz z anbringen mufs, um die wahre Zenithdistanz z' zu er-halten. Man sieht, dafs dieser Fehler besonders bei den demZenith nahen Sternen gefährlich werden kann. Wenn aber dieRotationsaxe A B des Meridiankreises genau horizontal gestelltworden ist, so kann man, bei wohlgebauten Instrumenten die-ser Art, jenen Fehler n ohne Nachtheil vernachlässigen, dader Künstler die Mittel besitzt, die Ebene dieser Kreise voll-kommen senkrecht auf ihre Axe zu setzen.
Nennt man z die Meridianzenithdistanz eines Sterns, pdie Poldistanz desselben und \jj die Aequatorhöhe des Beob-achtungsortes, so hat man bekanntlich, für Culminationen aufder Südseite des Zeniths
i// = p —z.
Für Culminationen auf der Nordseite des Zeniths aber ist beioberen Culminationen
^= a +P
und bei untern Culminationen
— z — p.
Dürfte man nun annehmen, dafs der Künstler, welcher denMeridiankreis verfertigte, den Nullpunct der Theilung desKreises bereits so gestellt habe, dafs er genau dem Zenithedes Beobachters entspreche, so würden diese Gleichungen hin-reichen, durch eine einzelne Beobachtung an diesem Kreiseeine von den drei Gröfsen z, p oder xj/ zu bestimmen, wenndie beiden andern bereits bekannt sind. Allein diese Annahme