Meridiankreis.
1807
ticale Axe weggebracht. Hat man aber diese zwei Fehlerentfernt, so wird man die Höhe irgend eines terrestrischenObjects mit umgewendeten Instrumente oder zweimal beobach-ten und dadurch den Zenithpunct, also auch den Fehler VI desVerniers des Declinationskreises bestimmen.
Kennt man aber so den Zenithpunct des Declinationskrei-ses, so findet man auch sofort den Polpunct desselben, wennman von dem Zenithpuncte um einen Bogen weiter zählt,welcher der Aequatorhßhe des Beobachtungsortes gleich ist.
Nachdem diefs geschehn, lege man das Instrument wie-der in seine frühere Lage zurück, so dafs A) die Rotations -axe desselben der Weltaxe nahe parallel werde und dafs B)der Declinationskreis in eine auf den Horizont nahe senk-rechte Lage komme. Diesen zwei Forderungen wird manaber auf folgende Weise entsprechen. Mit der bereits er-wähnten Ilänglibelle des Declinationskreises kann man ganzwie bei dem Multiplicationskreise 1 den Declinationskreis ver—tical stellen, wodurch die Forderung B befriedigt wird. Umdann auch der andern A Genüge zu tliun , stellt man den Vernier,d. h. das mit dem Vernier fest verbundene Fernrohr, auf diebereits bekannte Poldistanz (weil der Polpunct des Kreises be-kannt ist) des Sterns, am besten des Polarsterns, so wird manschon mehrere Minuten vor der Culmination dieses Sterns den-selben im Felde des Fernrohrs und zwar, wenn man die vor-hergehenden Operationen nur mit einiger Sorgfalt ausgeführthat, auch schon in der Nähe des Durchschnitts der zweiMittelfäden des Fernrohrs erblicken. Wenn man daher,in dem bekannten Augenblicke der Culmination des Sterns,durch eine leise Verschiebung des einen Endes der Rotations -axe den Stern genau in den Durchschnitt jener zwei Fädenbringt, so wird dadurch das ganze Instrument gehörig aufge-stellt seyn, d. h. die Rotationsaxe wird in der Ebene des Me-ridians liegen und mit dem Horizonte die der Polhöhe glei-che Neigung haben, wodurch die Fehler I und II weggebrachtwerden, und wenn man iiberdiefs auch den Vernier des Stun-denkreises in dem Augenblicke jener beobachteten Culminationauf den Anfangspunct der Theilung stellt, so wird auch derFehler V und sonach alle sechs oben erwähnten Fehler weg-
1 S. Art. Multiplieatiomkreis.VI. Bd.
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