1806
Meridiankreis.
keit durchgeht, so wird er bemerken, dafs dieses ebenso sinn-reiche als nützliche Instrument vorzüglich sechs Fehlern un-terworfen ist, die man kennen lernen mufs, um sie, wenig-stens gröfstentheils, durch mechanische Mittel wegzuschafFenund uih dann von den noch übrig bleibenden Fehlern beijeder künftigen, auf Genauigkeit Anspruch machenden Beob-achtung Rechnung tragen zu können. Wenn nämlich diesesInstrument in einem guten, beobachtungsfähigen Zustande seynsoll, so mufs 1. die grofse Rotationsaxe desselben in der Ebenedes Meridians liegen und II. mit dem Horizonte einen derPolhöhe des Beobachtungsortes gleichen Winkel bilden. Esmufs aber auch ferner III. die Ebene des Declinationskreisesmit jener Rotationsaxe parallel und IV. die optische Axe desFernrohrs mit dieser Ebene des Declinationskreises parallelseyn. Endlich mufs V. sowohl der Vernier des Stundenkrei-ses , als auch VI. jener des Declinationskreises seine gehörigeStelle auf diesen Kreisen einnehmen oder doch die Abwei-chung derselben bekannt seyn. Andere Forderungen, wie z.D. die senkrechte Stellung des Stundenkreises auf die Rota-tionsaxe u. s. f., werden gewöhnlich schon von dem Künstler,der das Instrument verfertigt, mit grofser Schärfe berücksich-tigt, da ihm die neue und sehr vollkommene Einrichtungseiner Drehbänke alle Mittel an die Hand giebt, diesen For-derungen mit Präcision zu entsprechen.
Wir wollen zuerst ein blofs mechanisches Verfahren angeben,durch welches man alle erwähnte sechs Fehler nahe ganz weg-schaffen kann. Man bringe das Instrument durch irgend eine Vor-richtung, die, da sie blofs zur vorläufigen Bestimmung jenerFehler dient, auch von Holz, nur solid genug, gearbeitet seynkann (sie kann in einem fast vertical aufgestellten Balken miteinem Seitenarm, wie z. B. in der Fig. 45. des Bd. II. die-ses Werkes, bestehn), in einer solchen Stellung, dafs die gro-fse Rotationsaxe vertical, also der Stundenkreis horizontalwerde. In dieser Lage kann man das Aequatoreal ganz wieden Multiplicationstreis behandeln und die drei letzten unterIII, IV und VI. oben angezeigten Fehler ganz so, wie wirbei diesem Instrumente sagen Werden, berichtigen. Der Feh-ler III wird nämlich mittelst der Hängelibelle, die für dieAxe des Declinationskreises bestimmt ist, und der Fehler IVwird durch Umwenden des Instruments um seine jetzt ver-