Mcridiauk reis.
1813
Jen Fadendurchschnitt desselben auf das zweite Gestirn zu derZeit, wo dasselbe durch den Declinationskreis des ersten Ge-stirns geht, wo dann wieder der Grad des Declinationskreisesund der Augenblick dieser zweiten Beobachtung an der Uhrbemerkt wird. Diese zwei Zeiten und die zwei gelesenen De-clinationen der beiden Gestirne reichen hin , die Rectascensionund Declination des einen derselben zu finden, wenn das an-dere bekannt ist, selbst dann, wenn die Declinationsunter-schiede der beiden Gestirne drei und mehr Grade betragen,und man kann diese Bestimmung , wie bereits vielfältige Er-fahrungen mit diesem Instrumente gezeigt haben, auch dannnoch mit völliger Sicherheit vornehmen, wenn auch die obenerwähnten Fehler des Instruments gänzlich unberücksichtigtbleiben. Es wird dabei blofs (vorausgesetzt, dafs man dieseFehler durch die oben bereits angegebenen mechanischen Mit-tel schon klein genug gemacht habe, dafs die Differenz die-ser Fehler in den beiden Beobachtungen, und mehr als dieseDillerenz gebraucht man nicht, keinen merkbaren Einflufs aufdie Resultate der Beobachtung mehr äufsern kann. Dafs aberdie Differenzen der Refractionen bei geringem Höhen der Ster-ne oder bei sehr grofsen Declinationsdiiferenzen derselben be-rücksichtigt werden müssen, ist für sich klar.
Die Annalen der Wiener Sternwarte enthalten in ihremXIII. u. XIV. Bande eine beträchtliche Anzahl solcher Beobach-tungen, welche die Anwendbarkeit dieses Verfahrens sehr gutbestätigen und zugleich die ungemeine Bequemlichkeit dersel-ben beweisen, da die Beobachtungen, um die es sich hier han-delt, in wenigen Minuten geendet und zu jeder günstigenZeit vorgenommen werden können, ohne erst die Culminatio-nen der Gestirne abzuwarten, und da die Berechnungen die-ser Beobachtungen so ungemein einfach sind, dafs sie selbstdie des Kreismikrometers an Bequemlichkeit noch hinter sichzurücklassen, indem sie eigentlich blofs in zwei Subtractio-nen bestehn. Das früher bei unverrücktem Fernrohre so oftvorkommende Hindernifs, einen wohlbestimmten Stern in sogrofser Nähe bei den zu beobachtendem Gestirnen, z. B. beiden Kometen, zu finden, fällt hier ganz weg, da man bei derVollkommenheit unserer gegenwärtigen Sternkataloge nie umeinen- wohlbestimmten Fixstern in Verlegenheit seyn kann,wenn man ihn in einer bis drei und mehr Grade gröfsern oder