1812
Meridiankreis.
wo ~=(s’—s) —( 0 '— a) — (n' — n)
und
7T=(p' — p) — (n —Ti) ist
und wo man in den meisten Fallen ohne Nachtheil p = p',also auch n = n’ setzen wird.
Wenn man das Vorhergehende gehörig berücksichtigt, sowird man im Stande seyn, mit dem Aequatoreal die Stunden-winkel und die Declinationen der Gestirne mit derjenigen Si-cherheit zu beobachten , welche den Bedürfnissen der neuernAstronomie angemessen ist, wenigstens mit denjenigen Instru-menten dieser Art, die Reichenbach mit so grofser Vollkom-menheit verfertigt hat. Allein immer wird es für den prakti-schen Astronomen beschwerlich seyn, die vorhergehenden For-meln so oft zu berücksichtigen, da man sich auf die Bestän-digkeit der Fehler bei einem Instrumente nicht verlassen kann,das seiner Natur nach so verschiedene Lagen gegen den Ho-rizont annehmen mufs, wo dann die Bewegung und Flexionder einzelnen Theile desselben immer wieder neue Fehler er-zeugen kann.
Will man sich aber während der Beobachtungen von die-sen Fehlern unabhängig machen und das Instrument nur aufsogenannte Differentialbeobachtungen beschränken , wobei dasseiner Lage nach zu bestimmende Gestirn mit einem bereits• bekannten Fixsterne in dem Felde des unbewegten Fernrohrsverglichen wird, so würde dazu eine minder kostbare Aufstel-lung des Fernrohrs auch schon hinreichen, indem dazu nichtsanderes , als eine unverrückte Lage des Fernrohrs während derbeiden Beobachtungen erfordert wird.
Beiden Uebelständen zu begegnen hat man den Wegder sogenannten Dijferentialbeobachtungen versucht, wie mandiejenigen Vergleichungen zweier Gestirne nennen kann, dieum mehrere Grade in Rectascension oder Declination von ein-ander entfernt sind. Nach mehrern Versuchen wurde folgen-des Verfahren sehr anwendbar gefunden.
Man stellt das Fernrohr auf eines der beiden Gestirne so,dafs dasselbe im Durchschnitte der beiden Mittelfäden dessel-ben erscheint, und bemerkt die Zeit der Beobachtung sowohl,als auch den Grad des Declinationskreises, auf welchen dasFernrohr gestellt ist. Dann löst man das Fernrohr, währendder Stundenkreis des Instruments geschlossen bleibt, und bringt