1826
Meteorologie.
dar tropischen Gegenden und der Wechsel der Jahreszeitenunter höhern Breiten. Insofern diese Periodicität im Wesender Sache gegründet ist, verdient sie um ihrer selbst willengenauer gekannt zu werden, und ebenso wichtig ist dieses zurErlangung einer nähern Einsicht in das Wesen der meteoro-logischen Erscheinungen überhaupt. Zu diesem Ende wirdunumgänglich erfordert, . nicht blofs etwa ein Jahr hindurchtäglich den Gang der Witterung aufzuzeichnen, sondern auchdie Führung solcher Register eine möglichst lange Reihe von Jah-ren fortzusetzen. Denn es kehren zwar die periodischen Regenund die Jahreszeiten schon nach Verlauf eines einzigen Jahresim Allgemeinen wieder, aber nicht allemal genau zu derselbenZeit; aufserdem sind bald die Regenmengen gröfser, bald zeigtdie Warme und dann wieder die Kalte eine gröfsere Intensi-tät; zuweilen sind Gewitter und heftige Stürme vorherrschend,ja es giebt Jahre, in denen ganz ungewöhnliche Erscheinun-gen, wie der Höhrauch im Jahre 1783, die Aufmerksamkeitdes Beobachters in Anspruch nehmen. Verfolgt der Meteoro-log diese Aufgabe weiter, so stöfst er mitunter auf seltsameErgebnisse, indem es sich unter andern gefunden hat, dafs aneinigen Orten die jährlichen Regenmengen eine lange Reihevon Jahren hindurch regelmäfsig abnahmen und dann entwe-der zum frühem Mittel wieder zurückkehrten, oder sogar um-gekehrt regelmäfsig Zunahmen 1 2 . Soll über Probleme dieser Artentschieden werden, ob das Klima einer gewissen Gegend un-verändert bleibe, oder ob sich, namentlich in Beziehung aufTemperatur und Feuchtigkeit, wo nicht allgemein, doch füreinzelne Strecken, eine allmälige Veränderung, wenn auch nurin sehr langen Perioden, zeige, so sind meteorologische Regi-ster oder Tagebücher ein unentbehrliches Erfordernifs. Es istunnöthig, zur Unterstützung dieser Behauptung Autoritätenbeizubringen, sonst könnte man sich nur auf Tob. Mater*berufen , welcher die Resultate anhaltender Beobachtungen zurInterpolation seiner Formel für die mittlere Wärme unter ver-schiedenen Breiten zu benutzen vorschlug, und auf Lambert 3 ,welcher nur auf solche Register genaue Witterungsregeln grün-