Geschichte derselben.
1829
mentlich oder hauptsächlich zum Behuf der Landwirtschaftdadurch auszumitteln, dafs meteorologische Werkzeuge anGeistliche, Förster, Agronomen u. s. w. vertheilt und diesödann angelialten werden, ihre täglichen Beobachtungen monat-lich an die Behörde einzusenden. Wie sachgemäfs dieses auchscheinen mag, so wird es dennoch erlaubt seyn, einige Ein-wendungen gegen die meistens gewählte Methode zu machen.Zuvörderst darf man nicht glauben , dafs solche Beobachtungenzur Begründung streng richtiger meteorologischer Gesetze die-nen können, denn hierzu fehlt ihnen die nüthige Genauigkeit;allein dieses versteht sich schon von selbst und um so mehr,wenn man beiiicksichtigt, dafs die Aufzeichnungen häufig nichtnach wirklichen Beobachtungen, sondern erst am Ende derMonate nach Gutdünken geschehn. Wesentlicher aber ist Fol-gendes. Man beschränkt sich meistens auf das Barometer undThermometer und verlangt dann, dafs zugleich die Regentageangemerkt werden; allein das Barometer, ohnehin zerbrech-lich und theuer, ist ganz überflüssig, da die Schwankungendesselben auf bedeutende Strecken sich gleich sind und da-her aus den Beobachtungen an geprüften Instrumenten an ei-nigen Ilauptorten nicht allzugrofser Länder sich genügend er-geben. Die Temperatur bietet allerdings bei ungleichen Hö-hen und verschiedenen Lagen interessante Veränderungen dar,allein gleich wichtig und sogar wohl von noch gröfserer Wich-tigkeit, namentlich für den Feldbau, sind die Regentage undRegenmengen, und dennoch werden diese gerade am wenig-sten beachtet, weswegen bei einem nutzlosen Ueberilusse vonBarometerbeobachtungen es an Thatsachen fehlt, um die Re-genverhältnisse für den gröfsten Theil von Deutschland aus-zumitteln. Am zweckinäfsigsten würde es daher seyn, sich aufThermometer und zweckmäfsig eingerichtete Regenmafse zubeschränken und diese nebst Tabellen mit der Auflage zu ver-theilen, den Gang des Thermometers nebst den Regenta-gen und Regenmengen in den Tabellen gewissenhaft aufzu-zeichnen.
10) Wie grofs indefs die Menge der mit vieler Sorgfaltund genügender Sachkenntnis geführten meteorologischen Re-gister seyn mag, welche theils für sich bekannt gemacht, theilsden physikalischen Zeitschriften angehängt sind, so reichen siedoch nicht hin zur festen Begründung der Gesetze der Meteo-