1857
Apparate. Barometer.
Apparate höchst unbequem sind, so lassen sie sich leicht durchdas angegebene DifFerentialbarometer ersetzen. Dieses bestehtaus einer wenigstens drei Lin. weiten, heberförmig gebogenen, Fig.umgekehrten Glasröhre, jeder Schenkel ungefähr 8 Zoll lang.^'Die Enden sind in den Coden eines Gefäfses eingekittet, wel-ches durch eine Scheidewand in zwei Theile getheilt zweiabgesonderte Behälter, jeden von etwa zwei Zoll Durchmesser,bildet, deren einer offen oder mit verschiedenen Oeffnungenzum freien Zutritte der Luft versehn, der andere dagegen ganzverschlossen ist. In diesen letzteren, nahe unter dem obernDeckel, ist eine horizontale, etliche Linien weite Röhre ein-gekittet, die nach Umständen verlängert werden kann. Fürden Gebrauch wird in die heberförmige Röhre zuerst Wasser,etwa 2 bis 4 Zoll hoch, gegossen und über dieses Oel bis zuder Höhe, dafs es noch einen Zoll hoch in den Gefäfsen steht,und endlich kann man zum genauem Messen eine Scale an-bringen. Wird dann die horizontale Röhre durch eine Thüroder eine Wand so gesteckt, dafs ihre Oeffnung mit einemandern Zimmer oder einem andern Raume in Verbindung steht,als worin sich das Gefäfs befindet, z. B. wenn man die Stärkedes Luftzugs in Caminen untersuchen will, so wird der stär-kere Luftdruck das Wasser in der heberförmig gebogenen Röhreim einen Schenkel niederdrücken, aber nur um eine Gröfse,deren Mafs der höhere Stand des Oels in dem einen Gefäfseund der Ueberschufs des Gewichts der Wassersäule über dieihr nachfolgende des Oels abgiebt. Wenn man dem Wasseretwas Weingeist zusetzte, so könnte man die letztere Gröfsedem Verschwinden nahe bringen oder ganz aufheben, wonachalso der Apparat einen sehr hohen Grad der Feinheit zuläfst.
Das Princip läfst sich auch auf die Construction des Lind’schenWindmessers anwenden.
26) Mit wenigen Worten möge noch das sogenannte Vo-lum-Barometer erwähnt werden, welches C. Brunner 1 inVorschlag gebracht hat. Dasselbe ist ein Manometer, vermit-telst dessen der Luftdruck aus der Ausdehnung eines einge-schlossenen Luftvolumens nach dem Mariotte’schen Gesetze ge-funden werden soll. Inzwischen ist der Apparat schwierig zuconstruiren, und da er dem Baroskop von Pjkechtr und dem
1 Poggendorff Ann. XXXIV. 30.
Cccccc 2