Band 
Sechster Band. Dritte Abhteilung. Me - My.
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1874
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Meteorologie.

Uhr Abends bürgerliche Zeit ein Maximum, dagegen um 4Uhr Nachmittags und Morgens ein Minimum zeigte.

30) Ungleich wichtiger sind diejenigen Beobachtungsrei-hen, welche längere Zeit fortgesetzt und an mehrern Stundendes Tages angestellt ein Mittel abgeben , sowohl die Zeit derMaxima und Minima, als auch die Größe der Unterschiedegenauer aufzufinden, um dann von diesen sichern Thatsachenauf die bedingenden Ursachen zu schliefsen. Man weifs jetztmit hinlänglicher Gewifsheit, dafs die beiden Maxima unge-fähr auf Morgens und Abends um 9 Uhr, die beiden Minimadagegen auf etwa 3 Uhr Nachmittags und Nachts fallen *, mei-stens werden daher die Beobachtungen in diesen Stunden mitWeglassung der Nacht angestellt und auf diese Weise erhältman ohne Weiteres die Ueberzeugung, ob sich die Schwan-kungen an dem Beobachtungsorte zeigen, und mindestens an-nähernd auch die Gröfse derselben. Ein genaueres Resultat istjedoch durch Hülfe der Rechnung zu erhalten. An den mei-sten, wo nicht an allen Orten zeigt nämlich das Barometerauch unregelmäßige Schwankungen und zwar in der Regel

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gröfsere, als die regelmäfsigen, so dafs diese letztem in denerstem verschwinden müssen. Nimmt man dagegen viele zugleichen Tagesstunden gehörige Beobachtungen zusammen , sogleichen sich die unregelmäfsigen Oscillationen aus und dieregelmäßigen kommen zum Vorschein. Fehlen einige Beob-achtungsstunden , so lassen sich die diesen zugehörigen Grö-fsen durch eine einfache Interpolation in genähertem Werthefinden, wenn man die Differenz der an zwei Stunden beob-achteten Barometerstände auf die zwischenliegenden Stundenvertheilt, jedoch darf das Intervall nicht über die Zeitdauereines Wechsels des Maximums und Minimums hinausgehn.Es giebt jedoch eine allgemeine Interpolationsmethode, welchedeswegen so werthvoll ist, weil auch bei der gröfsten Sorg-falt eines Beobachters während der Nacht die •Beobachtungenausfallen müssen und mindestens nicht eine längere Zeit hin-durch angestellt werden können, da man weifs, welche Auf-opferung es den beiden Gelehrten v. Horner und v. Langs-dorf kostete, auf der Krusenstern’schen Entdeckungsreise sol-che Beobachtungen anzustellen. Ist aber einmal durch Rr-

1 Vergl. $. 23.