1875
Apparate. Baromete r.
fahrung ausgemacht, dafs die Darometerhöhen binnen 24 Stun-den zwei Maxima und zwei Minima durchlaufen, so fallensie mit dem Wechsel der Sinus eines ganzen Kreises zusam-men, und wenn man daher die Tagesstunden als Abscissenund die ihnen zugehörigen Barometerstände als Ordinaten be-trachtet, so bildet die durch die Endpuncte der letzteren ge-zogene Linie eine Curve , welche den mittlern Barometerstandfür jede Tagsstunde und diesemnach auch die Zeit und Gröfseder regelmäfsigen Oscillationen mit Sicherheit angiebt. Bou-VAi'.n wandte diese Methode an, um den Einflufs des Mon-des auf das Barometer aus den pariser Beobachtungen aufzu-finden, wie später gezeigt werden soll, Hällsthöji 1 aber ent-lehnte dieselbe aus einer ähnlichen von Bessel 2 , nannte dieCurve linea sinuu/n und wandte sie an, um aus eigenen undfremden Beobachtungen die Zeit und Gröfse der periodischenOscillationen aufzuiinden. Letzteres ist später durch Käjitzin grofsem Umfange geschehn, auch hat Carlini 3 eine ele-gante und sehr ausführliche Darstellung dieses Problems gege-ben. Es wird hier genügen, eine kurze Uebersicht davon mit-zutheilen. Nennt man Bm den Barometerstand zu einer be-stimmten Zeit m des Tags, und B den mittleren Barome-terstand, so ist
B m =B-}-u Sin. (m . -}* v) + u" Sin. (m ■(■ r),
n n
worin n die Anzahl der Beobachtungsstunden während einesTages, u und u' beständige CoelHcienten, v und v Winkelbezeichnen, die aus den Beobachtungen entnommen werden.Die Zeit wird nach Sitte der Astronomen vom Mittage an ge-rechnet, und n bezeichnet den halben Bogen von ISO"- Dader Beobachtungsstunden 24 sind , so verwandelt sich die For-mel in folgende:
Bm = B-j-uSin, (m .15°-J-»*)-J-u Sin. ("m . ).
Um aus den Beobachtungen die Werthe für u und u, v undv nach der Methode der kleinsten Quadrate zu finden, be-
1 Kongl. Vetensk. Acad. Handling. 1826. St. 1. Daraus in Pog-gendorff Ann. VIII. 131.
2 Astronomische Beobachtungen Th. 1. S. X.
3 Mem. della Soc. Itai. delle Sc. T. X. Wiener Zeitschr. Th. V.S. 468.