1881
Apparate. Barometer.
32) Die barometrischen Oscillationen zeigen eine so grofseUebereinstimmung, dafs mit Ausschlufs von München undAbo sie sich im Mittel auf folgenden allgemeinen Ausdruckbringen lassen:
B m = B + 0'",1791 Sin. (m. 15° + 183°(/)
+ 0"',3573 Sin. (m. 30- + 154» 34'),
welcher dazu benutzt werden kann, den Gang des Barometersfür solche Orte zu berechnen, von denen nur einzelne amTage gemachte Beobachtungen vorhanden sind. Läfst sich die-ser Ausdruck als ein allgemeiner betrachten, so ist a = 2uund man erhält
Bm=B-f u Sin. (m . 15»+ 183») + 2 u Sin. (m .30» + 154» 34' ),
worin blofs B und u unbekannte Gröfsen sind, die sich auseinigen Beobachtungen auffinden lassen. KXmtz zeigt an ei-nigen Beispielen eine allerdings nicht zu verkennende Ueber-einstimmting dieses Ausdrucks mit den Resultaten der Beob-achtungen ; da aber weder die Jahreszeiten noch die Polhöhendarin berücksichtigt sind, so kann er nicht auf absolute All-gemeinheit Ansprüche machen, und auf jeden Fall können dienumerischen Werthe für u und u' nicht allgemein seyn, wieKXmtz übrigens schon in voraus zugesteht. Dürfte man fürausgemacht halten, dafs die Zeiten der Oscillationen, die so-genannten Wendestunden, überall die nämlichen seyen unddafs das Steigen und Fallen des Barometers ganz gleichmäfsigerfolge, so würde es leicht seyn, aus einzelnen Beobachtun-gen den höchsten, niedrigsten und mittleren Barometerstandirgend eines Ortes aufzufinden. Die letztere Bedingung, näm-lich eine regelmäfsige Zunahme und Abnahme, scheint aus denmitgetheilten Beobachtungen allerdings hervorzugehn, jedochmit einer kleinen Beschleunigung in der Nähe der Wende-stunden , allein unter höhern Breiten wirken die unregelmäßi-gen barometrischen Oscillationen so störend, dafs sich daselbstvon dieser Regel überall keine Anwendung machen läfst unddieses blofs an solchen Orten der äquatorischen Zone gescheht!kann, wo das Barometer nur ausnahmsweise zuweilen unregel-mäfsige Schwankungen zeigt.'
33) Von gleicher Wichtigkeit als die Bestimmung der Zeit dieserperiod. Oscillationen ist die ihrer Gröfse. Die meisten Physikernehmen hierfür den Unterschied zwischen dem Maximum am Mor-gen und dem Minimum am Nachmittage, wobei dann noch eine