1890
Meteorologie.
weichung von einer allgemeinen Regel wenig Aufklärung ge-winnen würde. Wenn man jedoch bei den Beobachtungenaus den genannten Jahren die Summe der erhaltenen negati-ven Gröl'sen von der Summe der positiven abzieht, so ergiebtsich als Differenz eine tägliche mittlere Oscillation von 0,06par. Lin. und man kann sie daher nicht sowohl fehlend, alsvielmehr nur ausnehmend gering nennen. Noch weniger läfstsich ihre Anwesenheit verkennen, wenn man die Resultate al-ler Beobachtungen aus den Jahren 1796 bis 1835 zusammen-nimmt. Hiernach 1 beträgt die Differenz zwischen 9 Uhr Mor-gens und 3 Uhr Nachmittags im Frühling -f- 0,05 , im Som-mer 0,31 , im Herbst 0,33 und im Winter 0,09 par. Lin., sodafs also die gewöhnliche Oscillation als wirklich vorhandenerscheint. Linen wichtigen Beitrag zur Entscheidung dieserFrage hat neuerdings IvÄmtz 2 durch die Vergleichung gleich-zeitiger Beobachtungen geliefert, welche durch ihn selbst aufdem Rigt-Culm und durch v. Horneh zu Zürich angestelltwurden. Diese mit den frühem von Eschmann ztisammenge-nommen geben für Zürich zwei Minima um 4 U 23’ und 15 h20 ' und zwei Maxima um 10 h 42' und I9' 1 40', die Gröl’se dertäglichen Oscillation aber = 0,286 par. Lin. Auf dem Higislie>’ das Barometer bis etwa 2 1 ', sank dann bis 4 ll ,3, stiegdann wieder bis nach 10' 1 Abends und sank wieder bis 6 11Morgens, und hieraus geht also die allerdings vorhandene,nur etwas verspätete Oscillation unverkennbar hervor. Einähnliches Resultat erhielt KAmtz ans seinen Beobachtungenauf dein Faulhorn im September 1832, verglichen mit gleich-zeitigen von lloiiNEK zu Zürich und Gautikk zu Gent . Hier-aus ergiebt sich., dafs auf jener Höhe von 8250 Fufs zweiMaxima um lü h . 36' und 2l'“,00 und zwei Minima um 4 U 8'und 15 h 54' eintreten, der mittlere Unterschied beider Baro-meterstände aber 0"',119 beträgt.
37) KÄmtz benutzt die auf diese Weise erhaltenen GrÖ-fsen , die auf einen seltenen Grad von Genauigkeit die gerech-testen Ansprüche haben und denen zur Begründung zuver-lässiger Folgerungen blofs die längere Zeitdauer abgeht. Nachseiner Ansicht nehmen die Oscillationen mit der Höhe ab,
1 Bibliolh. uni». 1835. Dec. p. 459.
2 PoggendorlF Abu. XXVII. 345. It 1