1959
Apparate. Barometer.
L. v. Buch 1 den Satz aus, das Barometer könne uns ebensogut über das Klima eines Ortes belehren, als das Thermome-ter, Dove 2 wies den Zusammenhang der Anzeigen beider Ap-parate gründlich nach, und im Wesentlichen ist die Sacheunverkennbar, wenn gleich der von Kämtz gewählte Aus-druck, wonach
B' = B .----
1 +0,00375 t'
seyn soll, worin B' den corrigirten, B den mittleren Barome-terstand, t'den Unterschied der Temperatur von der, der je-desmaligen Zeit zugehörigen, mittleren bezeichnet, nur genä-herte Werthe geben kann 3 . Vor allen andern dienen die ausden Barometerbeobachtungen zu Kasan und Slatoust entnom-menen Resultate zum auffallendsten Beweise des Zusammen-hanges zwischen den Barometerständen und den Temperatu-ren; denn nicht leicht ist an irgend einem andern Orte derUnterschied der Wärme im Sommer und der Kälte im Winterso grofs als dort, und ebendaselbst ist auch die Differenz derBarometerstände am gröfsten; ja man sieht, wie mit dem Ein-tritte der gröfsten Kälte im November und Februar ebenso re-gelmäfsig das Maximum des Barometerstandes zusammenhängt,als das Minimum des letzteren mit der gröfsten Hitze imJuli.
74) Inzwischen ist der Einflufs der Temperatur kein un-mittelbarer, sondern ein mittelbarer, insofern sie selbst wiederals eine Folge der eigenthümlichen Luftströmungen erscheint,die sich in den herrschenden Winden nur zum Theil kennt-lich machen. Ohne hier auf die möglichen Entstehungsartender Winde, ihren regelmäfsigen und regellosen Wechsel undsonstige Untersuchungen einzugehn, die einem andern OrteVorbehalten bleiben, darf wohl in voraus angenommen wer-den , dafs alle meteorologische Phänomene durch die Luftströ-mungen bedingt werden, die insofern statt finden, als dieleichtere Luft über erwärmten Stellen aufsteigt, die sie be-
1 G. V. 14.
2 Poggendorff Ann. XIII. 613.
3 Man ersieht hieraus, was Ramokd Mthn. de l’Inst. 1818. p. 126.meint, wenn er »agt: on peut dire , que le barometie est plus ther-momctre que le thermometre m6me.