1980
Meteorologie.
punct des Aethers erreicht. Aufserdem mufs man sehr auf-merksam seyn, um den ersten Moment des entstehenden Nie-derschlages nicht zu übersehn und gleichzeitig mit dessenWahrnehmung auch das fortwährend sinkende Thermometerabzulesen, und wenn dann die Art, des zur Verfertigung desInstrumentes verwandten Aethers von Einfluls auf die Resul-tate seyn sollte, wie AdiE behauptet, so würde dieses seineBrauchbarkeit noch mehr herabsetzen. Aus allen diesen Grün-den wird das Hygrometer durch Verdunstung oder das durchAugust so genannte Psychrometer allmälig alle anderen hy-grometrischen Mefswerkzeuge verdrängen 1 .
81) Der älteste Vorschlag, durch Verdunstung von Was-ser und vermittelst der in Folge hiervon herabgehenden Tem-peratur den Daropfgehalt der Atmosphäre zu messen, ist, soviel ich weifs, von Huttov 2 , welcher angab, man solle einThermometer mit Wasser von der Temperatur der atmosphä-rischen Luft benetzen, so werde dasselbe sinken und endlichbis zum Thaupuncte herabgehn. Die Construction der nachdiesem Principe verfertigten Apparate, namentlich wie Au-gust diese angegeben hat, ist aufserdem so einfach, dafs mannicht wohl auf Verbesserungen bedacht seyn kann, und so istman auch bisher dabei stehn geblieben, entweder zwei feineThermometer neben einander bequem aufzuhängen und dieKu^el des einen mit Wasser zu benetzen, oder sich nur eineseinzigen Thermometers zu bedienen, dessen Grade zuerst imZustande der Trockenheit, dann nach der Benetzung abgele-sen werden. Weit wichtiger ist dagegen eine andere Frage,die beim Gebrauche desselben in Betrachtung kommt. DerErfinder des Fsychrometers selbst und alle Gelehrte nach ihmhegten die Vorstellung, dafs das Psychrometer den eigentlichenThaupunct , wie er durch das Daniell’sche Hygrometer (oderThermohygromeler nach Suermau) gefunden wird , nicht an-gebe und daher einer Reduction bedürfe. Dieses ist wohl un-bestreitbar richtig; denn das letztere Instrument giebt denjeni-gen Punct an, wo ein wirklicher Niederschlag, eine Bethauungentsteht, das erstere dagegen geht bis zu derjenigen Tempe-ratur herab, bei welcher die äufsere Luft mit Wasserdampf