1979
Apparate. Hygrometer.
Mitte der Fhiole frei herabhängend befindet. Beim Gebrauchewird in kleinen gläsernen Mafsen 0,5 Unze Wasser und 40Grains einer in Bereitschaft gehaltenen Mischung von pulve-risirtem Glaubersalz und Salmiak abgemessen, in die Phiolegebracht und dann das Thermometer hineingesenkt, dessenGrade in dem Augenblicke, wenn sich der erste Niederschlagauf der polirten Oberfläche zeigt, den Thaupunct angeben.Durch einiges sanftes Rütteln der Flasche wird die Mischunggleichmäfsiger, das Wasser wählt man von der Temperaturder atmosphärischen Luft, aufser wenn der Feuchtigkeitszu-stand der Atmosphäre sehr grofs ist, in welchem Falle manwohl thut, dasselbe vorher etwas zu erwärmen, damit derThaupunct nicht zu schnell eintrete; bei grofser Trockenheitdagegen kann man 1,5 oder auch 2 Mafstheile der Salzmen-gung nehmen und bei Temperaturen unter 0° C. allenfalls auchSchnee. Der Apparat ist gewifs ebenso einfach als zweck-roäfsig; verbessern liefse sich derselbe allenfalls, wenn manden Hals der Phiole mit Kork oder einer sonstigen schlechtwärmeleitenden Substanz umgäbe, um durch die Berührungmit den Fingern beim Schütteln keine Wärme mitzutheilen,auch könnte man zur Seite neben dem Halse noch eine Tülleanbringen, um durch diese mit einem Papiertrichter das Salzin die vorher mit Wasser gefüllte und mit dem Thermometerversehene Phiole zu bringen.
Die Schwierigkeiten beim Gebrauche des Daniell’schenHygrometers und die allezeit noch bleibende Unsicherheit derResultate sind wohl ohne Ausnahme von allen Physikern gefun-den worden, die sich desselben bedienten. Dasselbe ist kostbar,erfordert einen bedeutenden Aufwand von Aether, den manwegen seiner Flüchtigkeit auf Reisen bei grofser Wärme nurmit Mühe verwahren kann, und zuweilen vermag man, wieKämtz 1 gefunden hat, bei sehr trockner Witterung gar keineBethauung der Hygrometerkugel hervorzubringen. Auch Co-lonel Sykes 1 2 klagt über den starken Verbrauch von Aetherzur Zeit der Dürre in Ostindien, und dennoch konnte er oftden Thaupunct mit dem besten Aether nicht erhalten, der zu-weilen bei 27° F. liegt, während die Temperatur den Siede-
1 Meteorologie. Th. I. S. 314.
2 Phil. Tram. 1835. p. 164.