Band 
Sechster Band. Dritte Abhteilung. Me - My.
Seite
2058
JPEG-Download
 

2058

Meteorologi e.

1792 za Göttingen ein heftiger Sturm statt und am 1. Juni

1793 eine ungewöhnliche Kälte; aber das drittemal am 25.Nov. 1793 ereignete sich gar nichts Außergewöhnliches. Wirk-same Ausflüsse des Mondes auf unsere Erde anzunehmen kannsich hiernach also nur eine ungeregelte Phantasie erlauben, dieman von physikalischen Untersuchungen fern halten muß, undder angenommene Einflufs des Mondes auf die Animalien undVegetabilien kommt demnach auf eine qualitas occulta zurück,die wir um so mehr vermeiden müssen, je deutlicher die Ge-schichte lehrt, dafs die Annahme solcher verborgenen Kräftenie anders als nachtheilig auf die Erforschung der Wahrheitwirkt. Diesemnach kann der Mond keinen andern Einflufsauf unsere Erde ausüben, als in Folge seiner Gravitation undseiner Erleuchtung. Die durch die erstere Ursache erzeugtenWirkungen zeigen sich allerdings in der Ebbe und Fluth, al-lein alle anderen, hieraus abzuleitenden müßten jeden Tagebenso regelmäßig erfolgen, als diese durch Theorie und Er-fahrung hinlänglich festgestellten Oscillationen des Meeres, dieMondphasen können daher auch hierbei keinen weiteren Ein-fluß haben , als welcher auch dort durch die Zusammenwir-kung mit der Sonne oder durch die Gegenwirkung der letz-teren bedingt wird. Um sich hiervon zu überzeugen , darfman nur berücksichtigen, daß der Mond jederzeit binnen 24Stunden einmal durch den Meridian jedes Ortes geht undkeine rein physikalische Wirkung davon abhängen kann, obwir ihn mehr oder weniger erleuchtet sehn. Es bliebe so-nach nur die zweite möglicherweise denkbare Ursache, näm-

’lich die Erleuchtung übrig, allein diese, bloß durch erborgtesLicht bewirkt, ist so unbedeutend, daß die feinsten thermome-trischen Apparate sie gar nicht oder nur höchst unsicher an-geben ; sie würde also nur einen verschwindend kleinen Bei-trag zu dem geben, was durch die Sonne geschieht, und sobestimmt dem Vollmonde zufallen, daß sie sich hierbei alleinzeigen müßte, wenn es überhaupt möglich wäre sie wahrzu-nehmen. Diesemnach erklärten sich namentlich Bode 1 undOlbers 2 aus theoretischen Gründen gegen jeden Einfluß des

1 Gedanken über den Witternngslauf. Rarlin 1819. 8. Magie- d.Ges. Naturf. Freunde. Bert. 1808. S. 175.

2 Zeitschrift für Astronomie. Tb. V. S. 254.