W i tter u n gsrege 1 n. 2075
unverkennbar hervor, daß die Annahme der mit der Mond-periode wiederkehrenden Witterung auf durchaus nichtigenGründen beruhe. Dieses Resultat ergiebt sich auch aus derErfahrung und zeigt sich deutlich in dem Umstande, dafsalle Versuche, den Gang der Witterung voraus zu bestimmen,bisher gescheitert sind. Andere angenommene Perioden, z. D.die 25jährige nach Prevost 1 oder die 100jährige nach Pfaff 2oder die 19jährige der Windrichtungen, welche im Novemberjedes Jahres beginnen und dann sogleich Nässe oder Trocken-heit bedingen soll, nach Mac -Kenzie 3 , beruhn ebensowenigauf genügenden Gründen, und wenn nach der oben erwähntenAnnahme von Gattehek die Witterungsperioden durch im-mer neu hinzukommende Bedingungen bis auf mehrere Jahr-hunderte hinaus verlängert werden, so heifst dieses nichts an-deres, als dafs gar keine regelmäßige Periodicität existirt. Zudieser Schlußfolgerung mufs man nothwendig gelangen , wennman berücksichtigt, wie viele allgemeine, oft in weiten Ent-fernungen vorhandene Ursachen den Gang der Witterung be-dingen, welcher dann durch verschiedene örtliche Einflüsse nochvielfach modificirt wird. Die Zusammenstellung des Weinertraos
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in Würtemberg in den einzelnen Jahren von 1236 bis 1800 durchScuüiir.ER* zeigt deutlich, dafs die Witterung im Ganzen insehr langen und unbestimmbaren Perioden wechselt, ohne dafsman bis jetzt im Stande war, den physischen Grund hierfüranfzufmden. Wollte man noch eine gewisse Regelmäfsigkeitanfsuchen, so liegt sie vielleicht darin, dafs der allgemeineCharakter der Witterung rücksichtlich auf Trockenheit oderNässe, Wärme oder Kälte sich meistens einige auf einanderfolgende Jahre hindurch gleich bleibt, weswegen häufig zweiähnliche Jahre auf einander folgen, von denen das zweite dieallgemeine Disposition hervorstechender zeigt. Als Beispieledienen die kalten Winter 1799 und 1800, die trocknen Som-mer 1810 und 1811, dann 1818 und 1819 und wieder 1833und 1834, so wie die gelinden Winter 1832, 1833 und 1834,
1 Biblioth. Britann. T . XXV!. p. 74 n. 163.
2 Ueber den heifsen Sommer 1811. Kiel 1812.
3 Farmer’s Magazine. Febr. 1822. Bibliolh. uuiv. T. XIX. p.
252.
4 CorrespondenzblaU des wurtemb. landwirthsch. Vereins. Tb.XIX. S. 1.