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Meteorologie.
Schlafzustand legen, ist vielmehr als Folge der schon begin-nenden wässerigen Niederschlage zu betrachten, doch pflegtdas llervorschiefsen mancher Schwämme, namentlich ans derGattung Agaricus , schon vorauszugehn. Sonstige Vorzeichen,als das späte und vollständige Blühen mancher Heiden, na-mentlich der Erica vulgaris , welches einen strengen Winterverkündigen soll, sind im Ganzen sehr unsicher.
137) Die Vorzeichen aus der Thierwelt sind unter allendie räthselhaftesten und doch mitunter die sichersten. Sie be-ruhn im Ganzen auf der Empfindlichkeit der Nerven gegenatmosphärische Einflüsse, jedoch ist damit bei weitem nichtalles und eigentlich wohl nichts erklärt. Dahin gehört dieErmattung und das drückende Vorgefühl der meisten Menschenvor Gewittern, das Schmerzen alter Narben, das Jucken undStechen der Frostbeulen und Hühneraugen, die Anfälle vonKopfschmerzen und Gichtübeln von bedeutenden Wetterver-änderungen, deren Erklärung bis jetzt unmöglich war. Vonden vielen Vorzeichen bei Säugethieren erwähne ich nur dasbegierige Fressen der Schafe und das Grasfressen der Hundevor dem Regen, bei Vögeln aufser den Kennzeichen, die manvon den Zugvögeln herzunehmen pflegt 1 , das ungewöhnlicheSchreien, Singen und Krähen, so wie die Begierde des Ba-dens und sich dem beginnenden Regen auszusetzen, bei denFröschen die bemerkbare Unruhe und das viele Quaken , beiden Insecten das Stechen der Schnaken, die Geschäftigkeitder Ameisen und die Trägheit der Bienen. Man pflegte frü-her Laubfrösche in Gläsern zu halten, um sie als Wetterpro-pheten zu beobachten, ebenso Blutegel und die sogenanntenWetterfische oder Schlammpizger ( Cobitis fossilis Block.'), wel-che alle vor Regen und Sturm unruhig werden und im Sandeam Boden der Gefäfse wühlen. Auch die Spinnen galten seitlanger Zeit für Verkündiger des WetteTS, sie kamen aber inhohen Credit, als Quathkmühe d’Isjohval 2 auf ihre Anzei-gen bevorstehende Kälte prophezeite, die auch wirklich er-folgte und dem französischen Heere das Eindringen in dieNiederlande möglich machte. Seitdem sind sie mit vermehrterAufmerksamkeit von sehr vielen Meteorologen beobachtet worden
1 Vergl. Kästner Archiv fiir Chem. u. Met. Th. IV. S. 399 .
2 Araneoldgie. Frankf. 1798. 8.