2136
Meteorstein.
„richtigen Rechnung würde eine Anfangsgeschwindigkeit von«110000 Fufs auf dem Monde erfordert, wenn der ausgewor-„fene Körper mit 114000 Fufs Geschwindigkeit in der Nähe„der Erde ankommen sollte. Der Satz, dafs eine gehörige„Pulverladung, welche nach Huttov’s Versuchen einer eiser-nen Kanonenkugel 2000 Fufs Anfangsgeschwindigkeit gab,„auf dem Monde wegen der 5,3mal geringeren Schwere eine„Anfangsgeschwindigkeit von 5,3X2000= 10600 Fufs geben„müfste, kann nicht unbedingt zugegeben werden 1 , denn bei„jenen Versuchen war die beobachtete Geschwindigkeit eine„horizontale, womit die Schwerkraft uumittelbar nichts zu„thun hat. Die Kugel wiegt auf dem Monde 5,3mal weni-ger; aber annehmen, dafs sie deswegen 5,3mal schneller be-„wegt werde, hiefse annehmen, dafs eine hölzerne Kugel von„gleichem Volumen, als eine eiserne, eine 10mal gröfsere Ge-schwindigkeit, als diese, mithin 20000 Fufs erhalten würde.„Da die parabolische Geschwindigkeit eines um die Erde lau-fenden Körpers in der Entfernung von ihrem Mittelpuncte„ = r gröfser ist, als wenn er sich in einer Ellipse um sie„bewegte, und jene für r = dem Halbmesser der Erde zu 34436
1 Ich finde diesen Satz , dafs bei gleichen Wurfkräften die An-fangsgeschwindigkeit auf dem Monde wegen geringerer Schwere grö-fser seyn inü-se, zur Unterstützung der lunaiischen Hypothese öfteraufgesteilt, z. 11. von v. Ekob in G. XVIII. 302., allein dieses beruhtoffenbar auf einer Verwechselung. Auf denr Monde, wie auf der Erdeist die nämliche Masse durch die nämliche Kraft in Bewegung zusetzen und auf beiden Weltkörpern ist daher der Effect, die An-fangsgeschwindigkeit, gleich. Wäre diese der Schwere umgekehrtproportional, so müfste sie beim genau horizontalen Wurfe, wobeidie Schwere rücksichllich der zu rrtheilenden Bewegung =0 ist, aefbeiden Weltkörpern unendlich seyn. Die Schwee kommt allerdingsin Betrachtung, aber nur insofern die verticale Richtung, in welchersie wirkt, eine Cotnponirende der Bahn ist, worin sich der Körperbewegt. In dieser wird er in der lsten, 2ten , 3teu .... Secunde aufder Erde, wo die Schwere ~ g ist, die Räume
s — g + t> — Sg + s — 5g + ....
znrücklegen , bis für die Zeiten in Secunden =t die Raume t s — t-g = 0werden, auf dem Monde aber, wo die Schwere =s g' ist, wird er dieRaume s — g'+s — 3g' + s— durchlaufen, bis ts — t 1 g'=0
ist; dieser Unterschied zwischen g und g' ist aber bei der Formei,wodurch die auf dem Monde erforderliche Anfangsgeschwindigkeit ge-fuuden wurde, schon berücksichtigt.