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Sechster Band. Dritte Abhteilung. Me - My.
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Mikrometer,

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das J. 1676 verfertigten Aufsatze Römf.r’s, in welchem Letz-terer erzählt, dafg er dieses Mikrometer zugleich mit Picardauf der Pariser Sternwarte gebraucht habe. Da aber La Hire 1blofs Picahd und Auzout als Erfinder dieses Mikrome-ters nennt, so glaubt Hobkedow, dafs La Hike den NamenRömer’* absichtlich verschwiegen habe. Auch GottfriedKircii erfand im J. 1679 ein sehr einfaches Schraubenmi-krometer, das er zuerst in seinem 1696 herausgegebenen Ka-lender beschreibt. Dieses Mikrometer kam besonders in Deutsch-land in Gebrauch, da es mit so geringen Kosten verfertigtwerden kann. Euler 2 zieht es allen andern vor.

Allein alles bisher Erzählte bezieht sich auf spätere Ver-suche, und es blieb lange ungewifs, wer zuerst die Idee ge-habt hat, Fäden in dem Drennpuncte eines Fernrohrs zur ge-nauem Messung aufzustellen. Erst in unsern Tagen hat end-lich Deruam 3 gezeigt, dafs der talentvolle und unglücklicheGascoigxe, ein Engländer, der in seinem 33sten Jahre in derSchlacht von Marston - Moore starb, zuerst die Entdeckung,von welcher hier die Rede ist, gemacht habe, indem er schonim J. 1640 nicht nur das Fernrohr an seinen Quadranten an-brachte, sondern auch in dem Urennpuncte des Fernrohrsjeine Fäden befestigte , durch welche er die Gegenstände,welche er beobachtete, in Beziehung auf ihre Gröfse undLage eigentlich messen konnte. Er ging sogar schon so weit,das Innere seines Fernrohrs durch Lampen künstlich zu be-leuchten, um jene Fäden auch bei der Nacht sehn zu können.Derham kam in den Besitz der Manuscripte Gascoigke’s, inwelchen dieser seinen beiden astronomischen Freunden, Crab-tree und Horrock.es, diese Erfindung klar und deutlich mit-theilte, welche Letztere auch sogleich die grofse Wichtigkeitderselben anerkannten. In der That mufs man auch von die-ser Epoche an die eigentliche Reform der beobachtenden Astro-nomie zählen, da von nun an einzelne Secunden beobachtetund gemessen werden konnten , während die Fehler der frü-heren Astronomen, selbst wenn sie mit einem Fernrohre ver-sehn waren, auf mehrere Minuten zu gehn pflegten.

1 Me'm. de Paris . 1717.

2 Mäm. de l’Acad. de Prasse. 1748, p. 121,

3 PhiJos. Trans. T. XXV. u. T. XXX. p. 603.