2156
Mikrometer.
gung des Fernrohrs an Quadranten und andern Meßinstru-menten noch nicht als das, was man eigentlich bedurfte, an-gesehn werden. Zwar war das bisherige blofse Sehen, wozuman das Instrument allein gebraucht hatte, durch Morin’sVerfahren auch in ein Messen mittelst des Fernrohrs an denQuadranten verwandelt worden, aber ein genaues Messen, z.B. der Höhe eines Gestirns, war noch immer so gut als un-möglich, da man mit einem bloßen Fernrohre die Gegenstän-de, welche man messen wollte, nicht genau pointiren konnte.Man mufste sich begnügen, das zu messende Object, etwanach dem Augenmaf.se, in die Mitte des Feldes des Fernrohrszu bringen, wobei offenbar alle Präcision ausgeschlossen blieb.Huygiiexs beschreibt in seinem Systema Saturnium, das 1Ö59zu Haag herauskam , eine von ihm erfundene Vorrichtung, dieDurchmesser der Planeten und überhaupt kleine Distanzen amHimmel zu messen, wozu er sich eines Messingblattes be-diente, das die Gestalt eines gleichseitigen Dreiecks hatte, des-sen Winkel an dem Scheitel sehr klein war und das er durchEinschnitte in das Fernrohr so tief einschob, bis der Durch-messer des Planeten von der Breite des Messingblattes genaubedeckt wurde. Der Maixhese Malvasta beschreibt in sei-nen astronomischen Ephemeriden (Modena 1662) ein Gittervon feinem Draht, das er in dem Brennpunct des Fernrohrsaufstellte und bei welchem er die Distanz der Fäden durchdie Zeit bestimmte, die ein Fixstern im Aequator gebraucht,um von einem Faden zum andern zu kommen. Die beidenPariser Astronomen Auzout und Picard beschrieben in ei-nem Briefe an Oldenburg , vom Jahr 1666, ein Mikrometer,aus zwei seidenen Fäden bestehend, von welchen der einefest und der andere bewegliche in einen Rahmen gespanntwar, den man mittelst einer Schraube auf- und abschiebenkonnte 1 . Unter Hevel’s Nachlafs fand Hecker 2 in Danzig ein Mikrometer aus parallelen Fäden, deren Abstand man durcheine Schraube messen konnte. Römer’s Mikrometer, ebenfallsmit parallelen Fäden, beschreibt Horrebow 3 aus einem um