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Sechster Band. Dritte Abhteilung. Me - My.
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Mikrometer.

Man erkennt nun von selbst die Wichtigkeit einer sol-chen Vorrichtung, sobald es sich darum handelt, einen Ge-genstand durch das Fernrohr nicht blofs besser sehn, sondernauch zugleich messen zu wollen, so wie man ohne weitereErinnerung sieht, däfs jedes brauchbare Mikrometer, sofernes mit einem Fernrohre in Verbindung gebracht werden soll,in dem Brennpuncte desselben aufgestellt werden müsse.

Es handelt sich daher nur noch darum , welcher Art dieseVorrichtung seyn soll, damit man mit ihrer Hülfe die Gegen-stände zugleich sicher und bequem messen kann. Diefs führturts demnach zu den verschiedenen Gattungen von Mikro-metern , von denen wir nur die vorzüglichsten kurz angebenwollen.

I. Paralleles Fadennetz. Dieses besteht in einer, ge-wöhnlich ungeraden, Anzahl von einander parallelen Fäden, diein einer durch den Brennpunct senkrecht auf die Axe desFernrohrs gelegten Ebene ausgespannt werden. Man bedientsich derselben in Meridianinstrumenten, wo man diese Fädenauf den Horizont vertical stellt, oder in parallaktisch aufge-stellten Instrumenten 1 , wo man sie auf die Ebene des Aequa-tors senkrecht ,• also mit den Declinationskreisen der Gestirneparallel stellt. Gewöhnlich verbindet man damit noch einenandern durch die Mitte des Feldes jene Fäden senkrecht durch-schneidenden Faden, der daher in jenen Instrumenten mit demHorizonte und in diesen mit dem Aequator parallel ist. Andiesem letzten kann man dann die Höhe oder die Declinationund an jenen ersten, unter sich parallelen Fäden die Diffe-renz der Stundenwinkel oder die Azimuthe beobachten. Gehtnämlich z. B. ein Fixstern durch den einen dieser parallelenFäden in der Zeit t und später ein Flanet in der Zeit t' durchdenselben Faden, so ist die Differenz der Rectascension die-ser beiden Gestirne zur Zeit der Beobachtung des Planetengleich t'—t in Zeitsecunden ausgedrückt oder gleich 15(t’ — 0Raumsecunden, wenn nämlich auch die beiden Zeiten t undt' in Zeitsecunden ausgedrückt sind. Kennt man daher, wiegewöhnlich, bereits die Rectascension des Fixsterns, so ist da-durch auch die des Planeten gegeben.

Um diese wichtigen Beobachtungen mit gröfserer Schärfe

1 Vergl. Aequaloreat■ B(l. I. S. 215.