Band 
Sechster Band. Dritte Abhteilung. Me - My.
Seite
2179
JPEG-Download
 

Differential- Sextant, Zenilh-Mikrometer. 2179

jamin Gompehtz eine von ihm erfundene Vorrichtung, umdamit terrestrische Distanzen aus einem einzigen Beobachtungs-puncte mit gröfserer Schärfe zu bestimmen, als dieses wohlbisher mit den meisten Instrumenten der Fall war, die manzu diesem, meist militärischen , Zwecke ausgedacht hat. DieseVorrichtung besteht in zwei kleinen Spiegeln, die man an derAufsenseite des Objects eines Fernrohrs einander gegenüberanbringt und von welchen der eine bewegliche mit einem Ra-dius von der Länge des Fernrohrs in Verbindung gesetzt ist,welcher Radius mit seinem bei dem Ocular stehenden End-puncte auf einem eingetheilten Kreisbogen die Lage der bei-den Spiegel gegen einander anzeigt. Im zweiten Theile deserwähnten Werkes S. 85. giebt derselbe Verfasser eine Erwei-terung des Gebrauchs seiner Vorrichtung, die er Differential-Sextant nennt und wodurch jetzt dasselbe Instrument die Be-stimmung erhält, bei grofsen Winkeln kleine Aenderungen der-selben mit Präcision zu messen, wie dieses z. B. bei den Ein-wirkungen der Parallaxe, der Refraction, der Aberration u. dgl.der Fall ist. Da der Gegenstand noch zu neu und, so vielmir bekannt, noch nicht auf praktischem Wege näher unter-sucht worden ist, so wird diese kurze Anzeige genügen.

VIII. Zenith-Mikrometer. So nennt Babbage das vonihm erfundene Mikrometer 1 . Bei allen bisher erwähnten Mi-krometern hing die Genauigkeit der Messung unmittelbar vonder Genauigkeit der Eintheilung (der Schraube oder des Krei-ses bei dem Positionsmikrometer u. s. w.) ab. Das gegen-wärtige Instrument ist von dieser Voraussetzung im Allgemei-nen unabhängig,, weil der an demselben abgelesene kleineWinkel an seinem Kreisbogen willkürlich vervielfacht odermultiplicirt werden kann, so dafs man dadurch von den Feh-lern der Eintheilung unabhängig wird. Das Princip , welchesdiesem Mikrometer zum Grunde liegt, wird sogleich übersehn,wenn man sich ein Fernrohr vorstellt, welches unter rechtenWinkeln mit der unteren horizontalen Stange eines Parallelo-gramms verbunden ist, so dafs das Parallelogramm und dasFernrohr in der Ebene des Meridians liegen. Die vier Seitendes Faralleloaramms sind genau in ihren Ecken mit einanderverbunden. Es ist klar, dafs bei einer solchen Construction

1 Memoiri of the astronom. Society. T. II. p. 10t.