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Sechster Band. Dritte Abhteilung. Me - My.
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Mikroskop.

J. 1621 bei ConffELiüS Dhebbei, in England die ersten In-strumente dieser Art gesehn habe.

Uebrigens kann man, wie bekannt, auch einfache Linsenoder kleine Kugeln von Glas als Mikroskope gebrauehen unddiese einfache Art von Mikroskopen, zu welcher also auchunsere gewöhnlichen Brillen gehören, war gewifs den altenGriechen und Römern schon bekannt. Die eigentlichen Bril-len nämlich kamen bereits im 13. Jahrhunderte in Gebrauch,um sich nämlich derselben fortwährend bei gewissen Geschäf-ten, z. B. beim Lesen oder Schreiben, zu bedienen. Die er-ste bestimmte Nachricht von den Brillen wurde in einem imJ. 1299 verfafsten Manuscripte gefunden 1 . Dals aber schondie Alten die Brillen gebraucht haben sollen, wie mehrere be-haupten wollten, ist durchaus nicht zu beweisen. Die Stellen ausPlautus und Plinius 2 sind offenbar mifsverstanden worden.Diese in so hohem Grade nützliche Erfindung würde gewifs,war sie einmal gemacht, nie wieder verloren gegangen seyn,da sie unsern edelsten Sinn so mächtig unterstützt, uns von derso traurigen Unthätigkeit des höheren Alters befreit und be-sonders den wissenschaftlichen Mann zu einer Zeit, wo ihndie Natur schon zu verlassen scheint, wieder mit neuer, ju-gendlicher Kraft ausrüstet, um seine in dem Laufe eines gan-zen Lebens mühsam gesammelten Erfahrungen zu ordnen undseine angefangenen Arbeiten zu vollenden. Wie wäre es mög-lich , dafs in den sämmtlichen uns hinterlassenen Schriften derAlten auch nicht eine einzige bestimmte Erwähnung diesergrofsen, wohlthätigen Erfindung »ngetroffen werden kann, jadafs sogar das Andenken an sie, selbst unter den Schriftstel-lern, die ihrer am meisten bedurften, so ganz verloren ge-gangen seyn sollte 1

Wenn aber auch die Alten den Gebrauch unserer eigent-lichen Brillen nicht gekannt haben, so kann ihnen doch dieKenntnifs der Vergröfserung der Gegenstände durch Glasku-geln nicht abgesprochen werden. Seseca 3 sagt ausdrücklich,dafs man durch hohle gläserne, mit Wasser gefüllte Kugeln

1 Vergl. Art. Geeicht. Bd. IV. S. 1414. Littbow’s Dioptrik.Wien 1830. S. 425.

2 Hist. nat.L, Vif. cap. 53.

S Kat. Quaeat. L. 1. C. 6.