Band 
Sechster Band. Dritte Abhteilung. Me - My.
Seite
2409
JPEG-Download
 

Oberfl ache desselben.

2409

Atmosphäre des Monds über der Oberfläche dieses Himmels-körpers 7880 Par. Fufs, also nahe 0,345 einer geogr. Meilebetrage, während die auf demselben Wege gefundene Höheder Atmosphäre der Erde 8 bis 10 Meilen erreicht. Ueberjener Höhe von 0,345 Meilen ist ohne Zweifel auch nochMondluft, aber eine so dünne, dafs sie für unsere Augen keinSonnenlicht mehr zurückwerfen kann, so dafs also auch diehöchsten Berggipfel des Mondes, die, wie wir bald sehn wer-den , über eine Meile gehn, noch immer ihre atmosphärischeUmhüllung haben werden.

Weitere Betrachtungen dieses Gegenstandes führten Schrö-ter auf die Behauptung, dafs die Atmosphäre des Monds inihren tiefsten Schichten 28mal weniger Dichtigkeit habe, alsunsere Atmosphäre der Oberfläche der Erde. Dusejour wollteaus seiner Berechnung der Sonnenfinsternifs des Jahres 1764gefunden haben, dafs die Atmosphäre des Mondes die denMondrand berührenden Sonnenstrahlen um 4V Secunden bre-che oder dafs die Horizontalrefraction auf dem Monde 4 t Sec.betrage, während sie bei uns auf 38 Minuten steigt. NachGruithuisen beträgt diese Horizontalrefraction auf dem Mon-de 0" 6’ 18'' und die Dichte der Mondluft 0,196 derDichte unserer Atmosphäre, woraus er die Barometerhöhe aufder Oberfläche des Mondes zu 5 t Zoll und bei diesem Ba-rometerstände die Siedehitze des Wassers zu 48° Reaum. ab-leitet. Der Astronom Th. Schubert in Petersburg nimmtim Gegentheile die Horizontalrefraction auf dem Monde nahegleich einer Secunde an, aber man sieht, dafs alle diese An-gaben noch im hohen Grade ungewifs sind und wahrschein-lich auch noch lange bleiben werden. Begnügen wir uns da-mit, wenigstens die Existenz einer Mondatmosphäre durchBeobachtungen erwiesen zu sehn.

Q. Beschaffenheit der M o n d ob er f 1 äc li e.

Wenn es, wie vorhin gesagt wurde, in der That Wol-ken auf dem Monde giebt, so kann es wohl auch daselbst anWasser, d. h. an einer unserm Wasser mehr oder wenigerähnlichen Flüssigkeit, nicht fehlen. Schröter glaubt aus sei-nen Beobachtungen auf ein solches Wasser auf dem Mondeschliefsen zu dürfen, obsclion er gröfsere Seen, Flüsse u. dgl.